Full text: Organisation

II. Akratie und Aristagie. 
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ders der kommenden Zeit ist die Pluto kratie, die in 
Amerika schon blüht; und in den dort gewiß reichlich 
angewendeten demokratischen Gedanken hat sich kein 
Heilmittel dagegen gefunden. Teilweise gewiß, weil 
man sich den nötigen Kampf gegen jede Form einer 
Kratie nicht prinzipiell klar gemacht hat, sondern über 
der scheinbar „demokratischen" Form den Kern schran 
kenloser Gewalt in den Trustbildungen usw. übersah. 
Dieser Kampf ist unendlich schwieriger in jeder Be 
ziehung, als das Köpfen von Königen, das man bisher 
für die höchste Leistung selbstbewußter Demokratie an 
gesehen hat. Daß die auf solche Erfolge stolze Neuzeit 
eine noch weit gefährlichere Form der Kratie aus sich 
erzeugt hat, um so gefährlicher, je schwerer sie äußerlich 
zu fassen ist und je inehr sie auf Glanz und Dekoration 
verzichtet, beweist, daß Akratie im Sinne von Kampf 
gegen jede Kratie nicht nur ein richtiges, sondern auch 
ein dauerndes Ideal ist. Es wird seinen Sinn nicht 
einbüßen, solange Menschen bestrebt sind, berechtigten 
Einfluß in schrankenlose Macht umzuwandeln, sei es in 
prunkenden Palästen oder — weit zäher oft — in un 
scheinbaren Kontoren und Direktionszimmern. Die 
rafsinierteste Form einer Kratie, gegen die man in Zu 
kunft raffinierte Mittel wird ersinnen müssen, ist die, 
die man nicht fassen noch köpfen kann, weil sie sich in 
unscheinbaren, pseudo-demokratischen Masken zu ver 
bergen versteht. 
Diese Auffassung muß von ethischer Seite gestützt 
werden, soll man sie nach ihrer vollen Bedeutung 
würdigen; dazu kann man auch historisch nachweisen, 
daß es den Menschen niemals gut bekommt, sich im 
Besitz vollster Unabhängigkeit zu wissen. Es ist das
	        
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