Full text : Organisation

II.  Akratie  und  Aristsgie.

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rat,  so  ergibt  sich  ungezwungen  die  mehr  praktische
Seite  dieses  Begriffes  als  Regierungsform.  Dabei
kommt  dann  auch  der  rechtsphilosophische  Begriff  der
Staatsgewalt  und  ihres  Trägers  zu  seiner  teilweisen
Realität,  wenn  man  ihn  auf  die  „oberste"  einschränkt
oder  bestimmte  Machtfunktionen  (Entscheidung  über
Krieg  und  Frieden,  Heereskommando,  Anstellung  der
Beamten  usw.)  damit  verknüpft.
Dann  hat  es  in  Wirklichkeit  aber  immer  nur  zwei
Formen  gegeben,  und  nicht  drei:  Monarchie  und  Oligarchie. ­
  Entweder  der  Bau  des  Staates  gipfelt  in  einem
Einzelnen,  oder  in  einer  kleinen  Gruppe  von  Einzelnen; ­
  etwas  anderes  ist  ja  auch  theoretisch  unmöglich.
Es  ist  denkbar,  daß  alle  Machtfunktionen,  auch  z.  B.
die  oben  erwähnten  in  einer  Monarchie  dem  Monarchen ­
  reservierten,  von  einer  kleinen  Versammlung,
einem  Ministerkollegium  oder  einem  sonstigen  „hohen
Rat"  ausgeübt  werden  und  das  Resultat  auch  da  durch
eine  Abstinrmung  gewonnen  wird  —  aber  sobald  die
Zahl  der  Beratenden  größer  ist,  als  etwa  ein  Dutzend,
werden  sie  die  wirkliche  Entscheidung  einem  Ausschuß
anvertrauen  müssen,  damit  sich  ein  fester  Wille  ergibt.
Republik  und  Oligarchie  ist  nicht  dasselbe;  die  äußere
Staatsform  deckt  sich  nicht  mit  der  innern  wirklichen
Machtpotenz,  von  der  hier  allein  die  Rede  ist.  In  einer
Monarchie  kann  der  Monarch  nur  repräsentieren,  in
einer  Republik  ein  einzelner  überragender  Einfluß  gewinnen. ­
  So  bekommt  der  Begriff  Monarchie  eine
Doppelbedeutung;  äußerlich  gefaßt  als  Fürstenherrschaft, ­
  innerlich  als  Herrschaft  eines  Einzelnen,  mag  die
Form  sein,  welche  sie  will.  Frankreich  war  eine  Oligarchie ­
  unter  dem  Direktorium,  aber  schon  nicht  mehr,
            
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