Full text : Währung und Handel

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Schatzung  aufzuerlegen,  ohne  dafür  irgend  eine  wirthschaftliehe
Leistung  zu  bieten?  Und  wenn  dies  möglich  wäre,  müsste
nicht  die  seit  Jahrtausenden  geübte  fxeldwirthschaft  unseres
Planeten  als  ein  geradezu  lächerlicher  Irrthum  erscheinen?
Wozu  hätte  man  ungezählte  Milliarden  von  Arbeitstagen  darangewendet, ­
  um  der  Erde  ihre  Schätze  an  Gold  und  Silber  zu
entreissen  und  diese  den  Circulationszwecken  dienstbar  zu
maehen,  wenn  derselbe  Zweek  durch  bedruckte  Papierstückchen ­
  zu  erreiehen  ist?  Wäre  nicht  jenes  Land  das  weiseste
gewesen,  welches  vom  Anbeginn  den  anderen  Staaten  die  ]\[ühe
und  die  Kosten  überlassen  hätte,  sich  einen  möglichst  stabilen ­
  Werthmesser  zu  beschalfen,  während  es  selbst  sich  begnügt
hätte,  Ilechenmarken  zu  erzeugen,  denen  von  Dbrigkeitswegen  die
Eunction  des  metallischen  Werthmessers  übertragen  wird?  Und
sollte  man  vielleicht  einwenden,  dass  anch  die  bedeckte  Banknote
in  gewisser  Beziehung  eine  derartige  Rechenmarke  ist,  nnd  dass
daher  ganz  dasselbe,  was  soeben  gegen  die  Möglichkeit  der  wirthschaftlichen
  Berechtigung  des  Papiergeldes  gesagt  wurde,  auch
gegen  die  Banknote  geltend  gemacht  werden'kann,  so  vergisst
man,  dass  der  Nutzen,  den  die  Banknote  ihrem  Erzeuger
gewährt,  um  den  Preis  eines  sehr  reellen  wirthschaftliehen
Gegendienstes  erkauft  ist.  Ganz  abgesehen  davon,  dass  schon
die  Aufrechterhaltung  des  LeckungsVerhältnisses  eine  Arbeit
ist,  verbunden  mit  ausserordentlichem  Scharfsinn  und  mit
grossen  Kosten,  die  in  der  Regel  jeden  über  das  Dui’chschnittsmass
  hinausgehenden  Nutzen  der  Notenemission  absorbiren,  so  hat
ja  die  Banknote  auch  den  Beruf  ,  dem  Verkehre  eine  Krleichterung
  und  eine  Bequemlichkeit  zu  verschaffen,  die  ihm  das
Metallgeld  nicht  gewähren  kann,  und  die  Berechtigung  der
Banknote  geht  eben  nur  so  weit,  als  sie  sich  auf  die  Gewährung ­
  dieser  Erleichterungen  beschriudvt.  Das  Pa])iergeld  dagegen ­
  will  sich  kostenlos  und  ohne  jede  wirthschaftliehe  Arbeit
und  Gegenleistung  an  die  Stelle  des  mit  grossen  Kosten  erzeug-'
  ten  Metallgeldes  setzen;  es  will  seinem  Erzeuger  einen  Nutzen
zuwenden,  ohne  dass  derselbe  dafür  etwas  zu  leisten  brauchte,  —
und  wenn  dies  gelingen  könnte,  so  läge  hierin  eine  vollständige ­
  Verneinung  des  obersten  Grundsatzes  aller  wirthschaft-I
  liehen  Beziehungen,  wornach  es  keine  Leistung  ohne  Gegen-1
  leistung  gibt.
            
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