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der Ansicht ausgiiig(í, dass ein reiclier Staat auf derlei Ein
nahmen leichter verzichten könne als ein armer, so würde
man abermals übersehen, dass es sich hier beim ersteren um
absolut grössere Einnahmen handeln müsste als beim letzteren,
da eben auch die Edelmetallbewegung grösser wäre. Es ver
hält sich aber mit den Einnahmen aus dem Schlagschatze
gerade so, wie mit den Zolleinnahmen : jede ungebührliche
Erhöhung des Einheitssatzes hat in der Regel den Effect,
den Ertrag eher zu schmälern als zu steigern, indem eben
der Verkehr reducirt wird und die bewegten Mengen, aus
denen die Einnahmen gezogen werden können, sich ver
ringern.
Die ^lonopolisirung der Münze für die Regierung und
die Erhöhung des Schlagschatzes haben beide die Wirkung,
den Zufluss von Gold in Rarrenform zu erschweren, dem
Lande dadurch bei Ausbeutung einer günstigen Zahlungsbilanz
in den Weg zu treten und folgerichtig bei ungünstiger Zah
lungsbilanz sofort einen Angriff auf den Münzbestand herbei
zuführen. Nehmen wir an, dass die österreichischen Goldmünzen
nach der Werthrelation von 1 zu 17 Va ausgeprägt, dass also
787Va Gulden aus dem IMünzpfunde Feingold geschlagen
werden. Es sollte nun, wenn man von Transportkosten und
Schlagschatz ganz absieht, ein Münzpfund Feingold überall
in der Welt 787 Va österreichische Gulden werth sein. Da nun
in Deutschland aus derselben" Gewichtseinheit lÖOö Mark ge-
])rägt werden, lt)0 neue österreichische Goldgulden also gleich
1 77T428 Reichsmark zählen, so sollte, wenn die Zahlungsbilanz
zwischen Oesterreich und Deutschland zu Gunsten Oesterreichs
steht, jeder deutsche Schuldner sich einer Verpflichtung von
1 (H) fl. ö. W. durch Sendung dieser 177T428 Reichsmark entledigen
können. Wäre dies der Fall, so müsste augenblicklich jedes Ueber-
wiegen der deutschen Zahlungsverpflichtungen an Oesterreich
zu einer Completirung des österreichischen Goldvorrathes von
Deutschland her beitragen, denn kein deutscher Schuldner
würde sich veranlasst sehen, auch nur einen Pfennig Agio
für österreichische Wechsel zu zahlen, und da beim Mangel
österreichischer Wechsel solche ohne Agio nicht zu bekommen
wären, so würden die Zahlungen eben in Baarem remittirt
werden. Dem treten aber für s Erste die mit jeder Baarsen-