Full text : Währung und Handel

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wandern,  und  es  ist  selbstverständlich  für  den  Staat  ganz
gleich,  ob  dies  von  ihm  direct  veranlasst  wird,  oder  ob  dies
erst  nachträglich  Diejenigen  thun  ,  denen  er  diese  neuen  Silberstücke ­
  unter  irgend  welchem  Titel  übergibt;  sie  würden  doch
nur  zu  jenem  Courswerthe  genommen,  der  sich  auf  dem  Silbermarkte ­
  erzielen  liesse.  Eine  andere  Verwendung  als  in  Form  von
Scheidemünze  für  den  innern  Verkehr  oder  in  irgend  welcher
Form  für  den  Edelmetallmarkt  kann  aber  das  derzeitige  österreichische ­
  Silbercourantgeld  vor  erfolgtem  Uebergange  zur
factisclien  (Goldwährung  nicht  ftnden,  da  ja  alle  Zahlungen,  die
gegenwärtig  noch  in  diesem  Silbergelde  geleistet  und  in  diesem
Silbergelde  angenommen  werden,  schon  in  Folge  der  Goldrechnung ­
  in  den  neuen  (Goldguhlen  geleistet  werden  müssten.
Damit  wäre  zugleich  die  Nöthigung  verbunden,  als  Käufer  auf
dem  (Goldmarkte  aufzutreten.  Oesterreich  müsste  mit  einem
Worte  bei  Einführung  der  Goldrechnung  sein  Silbergeld  verkaufen ­
  ,  ungefähr  für  denselben  Betrag  Gold  kaufen  und  (Goldstücke ­
  prägen.  Eine  Anlehensoperation  könnte  also  allerdings
vermieden  werden.  Aber  es  würden  dadurch  Münzverluste
entstehen,  die  zu  vermeiden  sind,  wenn  Goldrechnung  und
factische  Goldwährung  gleichzeitig  eingeführt  werden.  Diese
Münzverluste  wären  um  so  grösser,  da  Oesterreich  späterhin,
wenn  es  die  factische  (Goldwährung  einführt,  dasselbe  Silber
wieder  zui'ückkaufen  müsste,  um  dem  dann  thatsächlich
vorhandenen  Bedarfe  an  grober  Scheidemünze  zu  genügen,
liei  der  hohen  Einpündlichkeit,  die  der  Silbermarkt  in  der
jüngsten  Zeit  bewiesen  hat,  muss  man  eben  nicht  übermässig
ängstlich  sein,  um  die  derart  beim  Verkaufe  und  nachträglichen ­
  Wiederkaufe  von  ungeiähr  150  Millionen  Gulden  zu  gewärtigenden ­
  Coursverluste  auf  eine  Summe  zu  beziffern,  mit
welcher  sich  die  Interessen  eines  ausgiebigen  Valutaanlehens
für  eine  Reihe  von  Jahren  decken  lassen.  Und  da  der  Zweck
einer  solchen  Transaction  schliesslich  nur  darin  läge,  vorübergehend ­
  Zinsen  zu  ersparen,  so  ist  es  unter  allen  Umständen
vernünftiger,  diese  Zinsen  in  einer  Weise  zu  verwenden,  dass
(1er  volle  Nutzen  der  Münzrefoim  erzielt  wird,  als  sich  diesell>en
  (  )pfer  aufzuerlegen  nnd  doch  nur  einen  Theil  des  Erfolges
zu  erzielen.  Aber  es  gibt  denn  doch  einen  Ausweg  aus  diesem
Dilemma,  und  dieser  besteht  darin,  vorläufig  blos  ein  Anlehen
            
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