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nissmässig unverrückbare Basis erhielten, das glauben wir im
Bisherigen mit genügender Klarheit dargethan zu haben.—
Es wäre zum Schluss noch zu untersuchen, ob nicht auch
für ( lesterreich, gleichwie dies in Deutschland geschah , die
Einführung der Doldrechnung vor factischer Durchfíihrnng der
(fohlWährung sich empfehlen würde. Dieser Gedanke muss
um so näher liegen, als ohne Zweifel der materielle Wäh
rungswechsel , der mit einer (Consolidining der schwebenden
Schuld verbunden sein müsste, gewaltige finanzielle Anstren
gungen erfordert, deren Nutzen zwar so handgreiflich und
gross ist, dass sie unter allen Umständen gemacht werden
sollten, vor denen aber trotzdem, wie die Verhältnisse nun
einmal liegen, die leitenden Staatsmänner dieses Reiches zu
rückschrecken. Gelänge es aber, ohne so grosse Opfer für’s
erste auch nur die österreichischen Silbernoten in Goldnoten
zu verwandeln, so wäre damit jedenfalls das Eine gewonnen,
dass die österreichischen Valutaschwankungen hinkünftig nur
mehr von der verhältnissmässigen Ausdehnung oder Einschrän
kung des Notenumlaufes, nicht aber auch von den Schwankungen
des Silberwerthes abhängig würden. Gerade die Erfah
rungen der jüngsten Monate haben gezeigt, dass diese Letzte
ren weitaus intensiver sein können, als die einer Papiervaluta,
deren gesetzliche metallische Unterlage relativ unabänder
lich ist. Goldnoten wären nicht nur in ihrer Kaufkraft
stabiler als Silbernoten, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach
nm vieles stabiler als metallisches Silbergeld. Die österreichische
Währung wäre in einem solchen Falle zum mindesten unabhän
gig von den Fluctuationen der Edelmetallmärkte, und es läge
immerhin in der Macht einer vorsichtigen und geschickten Bank-
leitnng, selbst in der Zwischenzeit bis zur metallischen Gold
währung die Valutaschwankungen auf ein Minimum zu reduciren.
Tn der That ist eine solche vorläufige Währungsreform
sehr wohl möglich, ja auf den ersten Blick die denkbar ein
fachste Operation. Der Staat braucht blos zu erklären, dass
die mit Zwangscours umlaufenden (fnldennoten nicht die Re
präsentanten des 45ten Th eiles von einem Münzpfunde Fein
silber , sondern etwa des 81 Oten Theiles eines Münzpfundes
Feingold seien, dass sie bei dereinstiger factischer Herstellung