Full text : Währung und Handel

Auch  das  Verhältniss  der  österreichischen  und  der  fremdländisclien
  Preisductuationen  zu  einander  kann  durch  den
Einlluss  der  Kriege  nicht  erklärt  werden.  Unter  den  Kriegen, ­
  die  in  dem  letzten  Vierteljahrhundert  stattgefunden
haben,  sind  allerdings  zwei,  die  auf  die  österreichischen
Verhältnisse  eine  grössere  AVirkung  geül)t  haben  mögen  als
auf  die  des  benachbarten  Deutschland,  nämlich  der  Krimkrieg
und  der  italienische  Krieg.  Dem  steht  jedoch  der'  schleswigholsteinische ­
  Krieg  und  der  deutsch-französische  Krieg  gegenüber ­
  ,  die  wieder  Deutschland  in  höherem  Alasse  berührten,
und  so  müsste  sich  denn,  wenn  Ki'iege  auf  die  Preissteigerung
Einfluss  gehabt  hätten,  dieser  Einfluss  hier  und  dort  die
Wage  halten.
Es  zeigt  sich  also  durchaus  kein  halbwegs  genügender
und  der  Kritik  standhaltender  Erklärungsgrund  für  die  thatsächlich
  vorhandenen  Preiserscheinungen,  als  der  in  den
Valutaverhältnissen  gebotene.  Die  Annahme,  dass  ein  rapides
Sinken  des  (Teldwerthes  ein  Sinken  der  Lebensmittelj)reise,  ein
rapides  Steigen  des  (Teldwerthes  aber  ein  ebenso  rapides
Steigen  der  Debensmittelpreise  hervorrufen  müsse,  lässt  sich
nicht  widerlegen.  Die  Vermuthung,  dass  die  Producenten  nicht
aus  dem  absoluten  geringen  (xeldwierthe,  wohl  aber  aus  der
sinkenden  Richtung  desselben  Vortheile,  dagegen  aber  aus
einer  steigenden  Tendenz  Xachtlieile  ziehen  mussten,  hat  sich
als  richtig  erwiesen.  A\  enn  wir  jedoch  den  (iesammteflcct  der
Valutaschwankungen  überblicken,  so  lindet  sich,  dass  die
Vortheile  für  die  Producenten  nur  gering,  die  Nachtheile  aber
ganz  ungeheuer  sind;  denn  die  Löhne  und  Lebensm  it  tel  |i  reise
haben  sich  den  durch  die  AVerthverringerung  des  (fehles
bedingten  Steigerungen  der  nominellen  Preisansätze  weit  rascher
accommodirt,  als  umgekehrt  den  nominellen  Preisrückgängen,
die  durch  das  Steigen  des  (feldwerthes  bedingt  worden  wären,
ln  dem  Schaukelspiele  der  Valuta  sind  namentlich  die  J^öhne
mehr  den  sie  emportragenden  Wellen,  als  denjenigen  gefolgt,
die  nach  abwärts  geführt  hätten  und  auf  dem  (febiete  des
(f  rosshandels  auch  thatsächlich  die  Preise  nach  abwärts  geführt
haben.  Der  Producent  erhält  gegenwärtig  in  Oesterreich  für
Product  allerdings  einen  namhaft  höheren  Preis  als  vor  einem
Vierteljahrhuuderte,  aber  noch  um  ein  \’ielfaches  höher  muss
            
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