Full text : Währung und Handel

V.  Capitel,

Einfluss  (1er  Taliita  auf  den  Zinsfiiss.
Es  ist  ein  nnlengharer  Vortheil  für  jedes  Land,  billigen ­
  Zinsfiiss  zu  besitzen,  und  mit  Recht  wird  daher  Alles,
was  dahin  wirkt,  diesen  dauernd  herabzudrücken,  für  eine  Betörderung
  der  nationalen  AVohlfahrt  gelialten.  Auf  den  ersten
Blick  sollte  man  allerdings  meinen,  dass  es  für  das  gesammte
Einkommen  gleichgiltig  bleibt,  ob  ein  verbaltnissmässig  grösserer ­
  oder  geringerer  Theil  desselben  sich  aus  (npitalrente
einerseits  oder  aus  Unternehmergewinn  und  Arbeitslohn  andererseits ­
  zusammensetzt.  Unter  sonst  gleichbleibenden  Verhältnissen ­
  wird  zwar  jede  Erhöhung  des  Uapitalzinses  auf
Kosten  der  anderen  beiden  Einkommenzweige  vor  sich  gehen;
aber,  da  (xewinn  auf  der  einen  und  Verlust  auf  der  anderen
Seite  sicli  einander  die  Wage  halten,  so  wird  der  rein  wirthschaftliche
  Gesammtetfect  auf  die  Höbe  des  Volkseinkommens
der  nämliche  bleiben;  was  Unternehmer  und  Arbeiter  verlieren, ­
  wird  eben  der  (Kapitalist  gewonnen  haben.  Zuvörderst
aber  ist  in  socialer'Beziehung  die  VerHieilnng  des  Nationaleinkommens ­
  keineswegs  gleichgiltig.  Es  ist  nicht  wünschenswertli,
  dass  die  Capitalisten  sich  auf  Kosten  der  direct  jiroducirenden
  Bevölkerungsclassen  bereichern,  während  umgekehrt ­
  eine  Steigerung  des  Einkommens  dieser  letzteren  zum
Schaden  der  Rentner  eine  weitaus  lieilsninere  Verniögensverschiebung
  hervorruft,  die  sociale  (fleichheit  befördert.  Aber
auch  in  rein  wirthschaftlicher  Beziehung  ist  die  Art  dei'  Ein-
            
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