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Verbandswesen und Regelung der Concuirenz. 151
eher als in Deutschland der andere Weg, nämlich comrensation
‘^61’ gegenseitigen Compensation der einzelnen Stationen he-
Schreiten. Bei der im Ganzen abgeschlossenen Entwickelung gegeneinander,
^cs Bahnnetzes sind die Verhältnisse schon fester geworden,
^bd auch der kleinere Umfang des, ohnehin durch das Meer
begrenzten Gebiets erleichtert die genauere Vorherschätzung
des Verkehrs zwischen je zwei Stationen, ohne die eine solche
Vereinbarung, wie erklärlich, nicht wohl zu Stande kommen
bann. Endlich und dies ist von grosser Bedeutung, stellt
^ich die Zahl der verhandelnden Parteien gewöhnlich viel
niedriger als in Deutschland. Die geringere Gesammtlänge
der Konten, das erwähnte Streben, die einzelne Linie vom
Versand- bis zum Bezugsort möglichst in Eine Hand zu
bringen; die vollzogene Bildung grosser Bahncomplexe, welche
^nch die Seitenlinien vielfach mit den Hauptrouten vereinigt
bat: Alles das trägt hierzu bei. In Deutschland ist die Lage
and Wechselbeziehung der Interessen meist sehr complicirt
^ad die Zahl der Interessenten gross; ausserdem fehlt die
Gleichartigkeit des Standpunkts, • wie sie in England durch .
bas Vorhandensein von ausschliesslich Privatbahnen geschaffen
^Ird. Es kann desshalb nicht befremden, dass Einigungen
auf dem Boden der, wie keiner Erörterung bedarf, hier
ebnehin viel schwierigeren Vorherschätzung des Verkehrs,
Deutschland selten sind.
Auch der Modus der Geldtheiliing bietet Gelegen- Geidtheiumg.
beit genug zu Meinungsverschiedenheiten. Zunächst hat die
l^aansportirende Boute, abgesehen von Anderem, schon da-
^larch einen Vortheil, dass das Publikum sie kennen lernt,
^leh an sie gewöhnt und sie deshalb auch in anderen Ver
kehren mehr benutzt. Dann entsteht die Frage, ob auch die
^ait Koutenvorschrift gehenden Sendungen in die Geldtheilung
bdlen sollen ; und endlich, wie hoch der als Selbstkosten vor
weg zu. vergütende Procentsatz der Einnahme zu bemessen
Veranlasste der letztere Punkt in Deutschland bisher