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Vcrbandsweâen und Eegelurg der Concurrcnz.
Gründe für das
häufigere
Vorkommen der
Geldtheilung in
England.
weniger Differenzen, so erklärt sich dies wohl daher,
die ganze Einrichtung bislang nur im geringem Umfange voi’"
kommt, häufig sogar in Verbindung mit Wechsel der Trans-
portroute, und also nur mit ergänzender Bedeutung. Andern
falls würde man doch bald einsehen, dass die Gewährung des
statistischen Durchschnittsprocentsatzes aller Betriebsausgaben,
die Transportroute ungebührlich bevorzugt, und dass also einß
andere Norm zu wählen ist, die dann eben mehr Gelegen"
heit zu Meinungsverschiedenheiten bietet. Der einzige Fall
in Deutschland, dass mit der Geldtheilung in einem grossen,
über die Gebiete vieler Verwaltungen sich erstreckenden
Verkehre der Versuch gemacht ist, dürfte der deutsch-öster
reichische Verband sein. Sie hat dort von 1868 bis 1873
bestanden, wo sie auf Wunsch aller Betheiligten wieder aufgß'
hoben wurde, weil die entstehenden Meinungsverschiedenheiten
nicht auszugleichen waren. — Zu vergessen ist endlich nicht,
dass gerade die Geldtheilung unter allen Formen dei
Regulirung des Concurrenzverkehrs im Publikum mit den
ungünstigsten Augen angesehen wird und dies wenigstens
dann nicht mit Unrecht, wenn es sich um Concurren^
ganz von einander unabhängiger Routen handelt. Wo die
Betriebserschwerungen des Instradirungswechsels dazu führen,
liegt die Sache anders.
Auch die englischen Eisenbahnmänner verkennen nicht
die besonderen Bedenken und Schwierigkeiten eines Ahkoni'
mens über Geldtheilung, und mehrere hervorragende
managers erklärten mir ausdrücklich, dass sie sich nicht gei’^
daiauf einliessen. Laufen allerdings, wie in England
häufig, die in wirklicher Concurrenz stehende Routen gn^^
neben einander her, so lässt sie sich kaum umgehen, wenn
Überhaupt ein Abkommen getroffen werden soll. — Von
Bedeutung ist ferner, dass die dortigen Bahnen zwar die
Unteibietung in den larifen vollständig vermeiden, aber hi
dei Leistung, in den facililies and accomodations^ sich eine