Full text: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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derung und Wagenmangel, am 7. März Strotz- und Holzpfeiler 
arbeiten, woran allein 5 Mann beschäftigt wurden; am 9. März 
m der Frühschicht Strotzarbeit und Verlegung eines Mannes zu 
Tage; am 11. März Strotzarbeiten und Forderungsausfall durch 
Zerreißen eines Seiles. Am 16. März gab es wieder Stoßar 
beiten und Bergeversetzen, am 18., 25. und 29. März desgleichen. 
Die Arbeit war am Bergeversätz weit zurück, so daß stets ein 
Mann dort beschäftigt war; die Schuld daran lag an dem Stei 
ger, der die Laxheit im Bergeversätz hatte einreihen lassen. Die 
angeführten Arbeiten, die zur Vorrichtung und Sicherheit dienen,, 
werden im Gegensatz zu vielen anderen Bergrevieren im Saar 
becken zumeist nicht bezahlt. Wenn solche Arbeiten aber sich an- 
häufen, wie das an der Arbeitsstelle der Kameradschaft Müller- 
Held und Genossen war, und dann solche Löhne verdient werden,, 
wie angegeben, so versteht man, daß sich eine Kameradschaft be 
schwert. Das hat auch die genannte getan, in ruhiger, höflicher 
Weise, aber das Entgegenkommen der Bergverwaltung bestand- 
darin, daß sie 
die militärischen Reklamationen für die Beschwerdeführer 
zurückzog und diese in kürzester Zeit zum Militärdienst beordern 
ließ. Diese Art und Weise, Beschwerdeführer zu behandeln, die 
mit den verdienten Jammerlöhnen nicht einverstanden sind, 
scheint jetzt im Saarrevier Mode zu werden. 
Auf Jtzenblitz ging es wie auf Reden zu. Ebenso wurde der 
Bergarbeiter Johann Lehnen aus Spießen auf Grube Heinitz. 
behandelt, nur weil er besseres Gedinge wünschte. Mit ihm sind 
eingezogen wegen einer Lohneingabe der Maschinist Emil Meyer 
auf Grube Viktoria bei Püttlingen, wegen Organisationszuge 
hörigkeit der 42 Jahre alte Bergmann Johann Risch aus Fisch- 
bach.^ Der Bergarbeiter Konrad Andres aus Heiligenwald wurde 
auf schnellstem Wege eingezogen, weil er eine ihm seitens eines 
Beamten zugefügte ungerechte Ehrenverletzung sich verbat. Die 
Saarbergleute klagen nicht nur über Hunger und kargen Lohn. 
sie klagen, daß ihnen heute auf den Saargruben überhaupt eine 
Behandlung zuteil wird, wie sie das seit Jahren nicht mehr ver 
spürt haben. 
Vor Elend zusammenbrechende Menschen werden mit Lohn- 
reduktionen traktiert. 
Im Revier stellt sich heraus, daß bei mangelhafter Ernäh 
rung und infolge der Ueberanstrengung besonders die jungen 
Leute bis zum 20. Jahre von Krankheiten befallen werden, die 
man früher nicht gekannt hat und die die Aerzte als Folge der 
Unterernährung hinstellen. Statt mit richtigen Mitteln den 
jungen Leuten entgegenzukommen und dafür Sorge zu tragen, 
daß sie für ihr ganzes Leben nicht zu frühzeitig unglücklich ge 
macht werden, ist man auf der Grube Friedrichsthal hergekom 
men und hat solchen erkrankten jungen Leuten befohlen, Reverse
	        
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