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Belegstellen.
Jedes dieser vierzehn Betten war für zwei Personen bestimmt, wenn wenige
Leute in den Bergwerken arbeiteten, aber meistens mussten drei sich mit
einem Bett begnügen, und im Nothfall lag ein Knabe quer über den
Füssen. Obgleich also durchschnittlich vierzig Personen in diesem Raume
schliefen, war dennoch keine Oeffnung angebracht, um die schlechte Luft
hinaus zu lassen. Die Betten waren mit Häcksel gefüllt. Sie hatten
Bettdecken, aber keine Betttücher. Die Möbel der Logirhäuser werden von
den Besitzern besorgt, die Betten und die Bettdecken von den Bergleuten
selbst. Manchmal werden sie zu Hause gewaschen. Freitags, wenn die
Arbeiter nach Hause gehen, werden die Betten aufgerollt, um Feuchtig-
keit zu verhindern. Ich besuchte diese Schlafräume Montag Morgen, Ob-
gleich Freitag, Samstag, Sonntag Nacht nicht darin geschlafen worden
war, so war doch der Geruch äusserst Jästig. Nur das eine Gute hatten
diese Räume — einen gehörigen Vorrath von Wasser, das von einem be-
nachbarten Hügel dahin geleitet war.
Ich ging dann in einen anderen grösseren Wohnschuppen. Auf ebener
Erde waren fünf Zimmer. Das erste ist die Werkstätte eines Schmiedes,
Nebenan war das Koch- und Esszimmer der Erzwäscher, Veber der
Schmiede und dem Kochzimmer befand sich das Schlafzimmer der Wäscher,
Männer und Knaben. Das nächste Zimmer auf ebener Erde die Küche
and das Esszimmer der Bergleute, daneben ein Zimmer, zum Aufhängen
ihrer nassen Kleider bestimmt. Am Ende ist ein Stall für Pferde, die ge-
braucht werden, um die Wagen mit Erz zu ziehen. Mittelst einer Leiter
steigt man in ein Schlafzimmer, das nur durch eine kleine Röhre von un-
gefähr zwei Zoll Durchmesser mit der äusseren Luft in Verbindung stand,
Eine Oeffnung führt in ein anderes, über dem Zimmer zum Trocknen der
Kleider und dem Stalle gelegenes Schlafzimmer. Im Ganzen waren sechs-
andzwanzig Betten vorhanden, jedes für zwei oder drei Leute bestimmt
and vielleicht für noch mehr. Obgleich die Betten während der drei
letzten Nächte. nicht besetzt waren, so war der Geruch doch vollständig
unerträglich. Ich für meinen Theil kann nicht anders als glauben, dass
Jiese Schlafräume schädlicher sind als die Luft in den Gruben, Ich sollte
Aenken, es ist keine allzuharte Arbeit, vierundzwanzig Stunden in einem
Bergwerk zuzubringen, aber ich würde erschrecken, auch nur eine Viertel-
stunde im Schlafzimmer eines Wohnschuppens eingeschlossen zu werden.
Viele Bergleute sprechen von dem Schrecken der Logirhäuser früherer
Zeit; aber der einzige Unterschied, den ich finden konnte, war, dass in
vielen Bergwerken jetzt nicht so viele Männer und Knaben arbeiten, wess-
halb die Logirhäuser jetzt weniger angefüllt sind. Einige Bergwerke
stehen heut zu Tage still, die früher grosse Logirhäuser hatten; z. B.
Mannergill, wovon ein Bergmann mir sagte, dass er einer der hundert-
undzwanzig war, die darin wohnten. Bei einer solchen Ueberfüllung von
Menschen musste natürlich ein Kranker eine Plage für alle andern sein.
Dar Husten einiger störte den Schlaf der anderen. Die Arbeiter, die um