Full text: Ueber einige Verwaltungseinrichtungen und das Tarifwesen auf den Eisenbahnen Englands

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Gepäcktarife. 
Höhe des Tarifs. 
Wagenladungs 
satz für Gepäck. 
für jeden Passagier erster Klasse . . 60 Kilogramm. 
11 11 11 zweitel ,, « « 50 n 
11 11 11 dritter „ ..30 „ 
Für das Uebergewicht ist der Tarif zonenweise nach 
fallender Scala gebildet und variirt pro Kilogramm zwischen 
4,2 Markpfennigen für Entfernungen bis zu 30 miles ~ 48,3 
Kilometer und 33,6 Markpfennigen für Entfernungen über 
300 miles — 483 Kilometer, so dass er auf den in Deutsch 
land üblichen Einheitssatz von 0,34 Markpf. pro Kilogramm 
und Meile erst bei ungefähr 800 Kilometer sinkt. 
Für schweres Gepäck besteht daneben ein Wagenladungs 
satz von etwa 2,4 Mark per deutsche Meile, mit der 
Maximalbelastung von 2500 Kilogramm pro Wagen. Es ist 
dies im Vergleich zu den deutschen Bahnen, welche stets nur 
die Reisebedürfnisse des Passagiers als Gepäck befördern, 
eine bemerkenswerthe Concession zu Gunsten des Publicums; 
wie denn überhaupt die englischen Bahnen, wenn schon ihre 
Tarife höher sind, doch der Bequemlichkeit und den Bedürf 
nissen des Publikums auch vielfach mehr entgegengekom 
men. So ist für Geschäftsreisende mit den oben erwähnten 
Abonnementbillets für alle Stationen eines Rayons, Expedition 
des Gepäcks für die ganze an einem Tage zu machende 
und auf verschiedenen Stationen zu unterbrechende Rundreise 
bis zur Endstation nachgelassen. 
Die meisten gewöhnlichen Gepäckstücke überschreiten die 
hohe Freigewichtsscala nicht, und wohl daher kommt es, dass 
so wenig Werth auf die Gepäcküberfracht gelegt, und jedes 
nicht auffallend schwere Stück ohne Weiteres frei expedir^ 
wird. Dem Passagier gegenüber sind nämlich die englischen 
Bahnen zur Verwiegung nicht verpflichtet; wer Reclamation 
wegen Gewichtsmanco’s erheben will, muss vielmehr seiner 
seits beweisen, dass das Gepäckstück das behauptete Gewicht 
gehabt habe *). 
•) Das Gleiche gilt für den Güterverkehr.
	        
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