Humanität der Fabrikanten.
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radikale Ideen nicht mehr empfänglich. Lo wird jeder einzelne
Fall humaner Fürsorge von der Social-Demokratie begeifert
und wirkungslos zu machen versucht. Man lese nur, was
der „N. Soc.-Demokrat" (1873, 41) schreibt:
„Da sind die Konsumvereine, Fabrikkrankenkasien, Arbeiter
„Wohnungen und alle die tausenderlei Mittelchen, wodurch
„die Fabrikanten vorgeben, die Lage ihrer Arbeiter besten:
„zu wollen. Sehen wir sie uns genauer an, dann finde»!
„wir wiederuin, daß alle diese Gnadenbrocken nur darauf
„abzielen, die Arbeiter in Abhängigkeit zu bringen, sie au
„die Scholle zu fcsielu wie Hörige, um, ohne durch Strikes
„gefährdet zu sein, die Löhne drücken zu können. Mit einem
„Worte, verrathen und verkauft sind alle Arbeiter, welche
„von anderen Klasien etwas erwarten, als von ihrer eigenen."
So verdächtigt Hasielmann mit frecher Stirne Alles,
was für die Arbeiter geschieht. Dieser Erguß läßt nur allzu
deutlich erkennen, wie sehr den Social-Demokraten daran
gelegen ist, ein friedliches Verhältniß zwischen den Fabrikantetl
rind ihren Arbeitern nicht alifkommen zu lasien. Darum die
maßloseste Verdächtigung alles desien, was für die Arbeiter
geschieht, nicht nur in jedem einzelnen Fall, sondern ganz
allgemein von vornherein. Die Verurtheilung ist schon eine
beschlosienc Sache, noch ehe das einzelne Werk existirt uno
eine Prüfung möglich ist.
Auch die Thätigkeit freier Vereine, die sich nicht speciell
dem Arbeitcrstand zuwendet, sondern eine Minderung der
Armuth und Noth im Allgemeinen bezweckt, wird vcrurtheilt.
So schreibt der „N. Soc.-Dcmokrat" (1871, 72) über die
Elbersclder freiwillige Armenpflege: „Wie weit die Lacher-
„lichkeit und Verblendung geht, zeigt der Umstand, daß die
„englische Negierung jetzt einen Abgeordneten nach Elberfeld
„sendet, um die dortige Armenpflege zu studiren und nöthigen-