Full text: Die Social-Demokratie

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Ursachen der Unzufriedenheit 
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werden neue Werthe geschaffen, wird der Nationalreichthnm 
vermehrt. Mit einer nur. durch Spekulation gewonnenen 
Vermehrung des Besitzes muß also stets eine entsprechende 
Bernlinderuug des Besitzstandes Anderer parallel gehen. Die 
durch schwindelhafte „Gründungen" angehäuften kolosialen 
Reichthümer in den Händen Einzelner repräsentiren nicht 
eine neu geschaffene Gütermasse, sondern sie sind nur eine 
Ansammlung eines Theils der vorher über die Gesanuntheit 
zerstreuten und vertheilten Güter au wenigen Punkten. Die 
mit vollem Recht jetzt an den Pranger gestellten „Grün 
dungen" gleichenden künstlich angelegten und dem Auge ver 
borgenen Drainröhren, welche die vorher über den ganzen 
Ackerboden ungleich vertheilte Wassermenge an sich ziehen und 
in einen oder wenige Behälter zur Ausanunlung leiten. Eine 
solche Entwässerung des Ackers steigert deffen Fruchtbarkeit. 
Die Entwässerung des wirthschaftlichen Bodens aber, die 
einer Verminderung des Besitzstandes Bieter zu Gunsten 
Weniger gleichkommt, ist vom Uebel, lind muß Unzufrieden 
heit und Erbitterung bei denen erzeugen, die direkt oder in- 
direkt schuldig oder unschuldig von ihr berührt werden. 
Eilte allzuschrvsfe Bermvgensungleichheit, die neben eine weit 
verzweigte Armuth einen kolossalen Reichthum Weniger stellt, 
hat an sich schon ihre großen socialen Gefahren; aber un 
gleich mehr noch, wenn Ungerechtigkeit den großen Besitz an 
gehäuft hat. 
Richt nur die schwindelhafte Art der Aneigtlung, sondern 
ailch der sündhafte Gebratich des großen Besitzes hat bei 
dem vorhandenen socialen Zerwürfniß wesentlich mitgewirkt. 
In dem Nebeneinanderstehen von Reichthum rind Armlith 
liegt an sich keine sociale Gefahr. Bei rcchtenl Gebrauch des 
Reichthun,s ist die Ungleichheit des Besitzes sogar ein so 
ciales Bindemittel. Das Gegentheil tritt aber ein, wenn der
	        
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