Full text : Der Antwerpener Hafen und die Pariser Wirtschaftskonferenz

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geeignete  Schiffsmaterial  zu  nehmen  gedenkt,  das  in  dem
Augenbiick,  wo  das  Land  seiner  bedarî,  zur  Verfügung  stehen
muB,  um  „an  die  Stelle  der  deutschen  Linien  zu  treten" 24 ),  d,  h,
der  Schiffe  des  Norddeutschen  Lloyds,  der  Hamburg—Amerika-Linie
  usw.  usw.
Von  alî  dem  empfângt  man  den  peinlichen  Eindruck,  daB
politische  Rücksichten  hier  über  kaufmânnische  Erwâ’gungen
den  Sieg  davongetragen  haben;  ein  Unternehmen,  das  auf  einer
derartigen  Grundlage  beruht,  kann  den  Interessen  der  Aligemeinheit
  nur  schaden  und  uns  keinc  hinreichenden  Garantien
für  die  Zukunft  bieten,
Der  ,.XX e  Siècle"  schreibt  natürlich  zu  recht:  „Es  wird
für  die  belgische  Industrie  besser  sein,  solche  Schiffe  zu  besitzen
  als  gar  keine" 25 ),  aber  da  Belgiens  Handel  und  Industrie
anerkanntermaBen  besonders  günstige  Bedingungen  u.  a.  hinsichtlich
  des  überseeischen  Transports  erheischen,  warum  denn
bestehende  Verhaltnisse  von  Grund  aus  umgestalten  wollen,
wenn  man  zum  voraus  weiB,  daB  das  Land  notwendigerweise
bei  dieser  Abanderung  verliert?  Müssen  die  wirtschaftlichen
Interessen  des  Lande  s,  die  einzigen,  die  seine  Lebensbedingungen
  zu  sichern  vermôgen,  Rücksichten  politischer  Art
untergeordnet  werden?  Wir  meinen,  Belgien  hat  genug  unter
dem  Kriege  gelitten,  und  man  sollte  ihm  die  Aufgabe  seiner
Wiederaufrichtung  nicht  noch  schwieriger  machen.  Die  Unzulanglichkeit
  unserer  Kauffahrteiflotte  springt  îns  Auge,  sic
ist  nicht  in  der  Lage,  die  Bedürînisse  unseres  überseeischen
Verkehrs  zu  befriedigen,  aber  keine  Handelsunternehmungen
mit  politischem  Untergrund  werden  uns  für  die  Verluste,  die
eine  Wirtschaftskriegs-Poîitik  im  Geîolge  haben  kann,  zu  entschâdigen
  imstande  sein,
Der  Weübewerb  în  der  Schifîahrt  und  seine  Wirkungen,
Die  geringe  Stârke  der  belgischen  Kauffahrteiflotte  behinderte
  übrigens  in  keiner  Weise  den  überseeischen  Transport, ­
  sei  es  der  eigenen  oder  der  îremden  industrielîen  Erzeugnisse,
  Diese  wie  jene  wurden  unterschiedslos  von  allerhand
Schiffen  ohne  Rücksicht  auf  Staatsangehôrigkeit  verladen,
24 )  XX e  Siècle,  7.  September  1916.
25 )  Nummer  vom  7,  September  1916.
            
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