Klassenkampf.
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So oft die Social-Demokratie in der socialen Bewegung
für die Gewährung gewisier Erleichterungen und die Durch
führung gewisier die Jnteresien der Arbeiterklaffe wahrender
Gesetze eintritt, so ist ihr dies nur eine willkommene Ge
legenheit zur Agitation für den Klaffenkampf. Dies wird
auch offen zugestanden, wenn der „N. Social-Demokrat"
(1872, 1) schreibt:
„Wenn sich irgend eine politische Freiheit erringen läßt,
„wir kämpfen dafür. Schon ist theilweise das allgemeine
„Wahlrecht in Deutschland errungen. Wenn auf socialem
„Gebiet der Kapitalmacht etwas zu entwinden ist — wir
„kämsen dafür. So ist das Koalitionsrecht errungen,
„und so erstreben wir als ein vorläufiges Ziel den Normal-
„arbcitstag und sonstige Gesetze zum Schutz der Arbeit gegen
„das Kapital.
„Alles dies sind aber nur Nebenpunkte; das socialistische
„Hauptziel wird unsere Partei darüber nie aus den Angen
„laffen.
„Aber in diesen Kämpfen sammelt sich die Arbeiter-
„klaffe um das rothe Banner, in ihnen stählt sich unsere
„Partei. Es ist der Guerillakrieg, der dem Klassenkamps
„mit den große,» Armeen vorangeht.
„Ja, dieser Klaffenkampf und dieser kleine Krieg, das ist
„es, »vas vornämlich unsere Partei charakterisirt, das ist es,
„»vas alle anderen so sehr gegen uns in Harnisch bringt,
„das ist es, was uns den endlichen Sieg gewährleistet."
Was wir uns unter de»n die Social-Demokratie charakteri-
firenden Klassenlämpf zu denken haben, und in welchem Sinne
dieselbe ihn zu führen beabsichtigt, das wollen »vir ans einer
Aeußerung ersehen, von der man annehmen möchte, daß sie
dem Redakteur des „N. Social-Demokrat", Hassellnann,
durch das rasche Anschwellen der socialistischen Bewegung