Full text: Die Social-Demokratie

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Revolutionsbegriff. 
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„auf friedlichem und gesetzlichem Wege" ihre Ziele zu erreichen 
strebe. Wir wiffen nicht, wie weit diese Bcrsicherung der 
Parteiführer von den eigenen Parieigenoffen geglaubt wird 
und wie weit sie außerhalb der eigenen Partei Glauben 
findet. Die Verherrlichung der Pariser Kommune, die nicht 
nur dem von derselben verfochtenen Princip, sondern auch 
den „unsterblichen Thaten" der Kommunards gilt, steht jeden 
falls einem zuversichtlichen Glauben an die friedlichen Absichten 
der deutschen Social-Temokratie einigermaßen im Wege. Der 
Werth jener Versicherung wird aber schon dadurch ein etwas 
zweifelhafter, daß die social-demokratische Partei nicht anders 
sagen kann, weil sie es einfach nicht darf, wenn sie von vorn 
herein sich nicht unmöglich niachen, und das Gesetz nicht 
zwingen will, ihrer Agitation ein entschiedenes Halt zu ge- 
bieten. Also auch für den Fall, daß die socialistische Partei 
mit allem Vorbedacht auf eine gewaltsame Revolution hin 
arbeitet, ist sie doch genöthigt, diese Absicht sorgfältig zu verhüllen, 
und durch ausdrückliche Versicherungen des friedlichen Charak 
ters ihrer Bestrebungen sich die nöthige Freiheit der Bewe 
gung zu wahren. Unter allen Uniständen aber haben wir 
das Recht und die Pflicht, den blinden Glauben zu ver 
weigern und an der Hand eines Vergleichs mit den übrigen Kmid- 
gebungcn in der socialistischen Preste zu untersuchen, ob nicht 
etwa die friedliche Tendenz nur zur Schau getragen wird, 
und ob nicht hinter dieser Maske sich doch das Gesicht eines 
Revolutionärs verbirgt. 
Die Social-Dcmokratie niacht kein Hehl daraus, daß ihre 
Partei einen revolutionären Charakter trägt. Wenn sie dies 
offen ausspricht, dann stützt sie sich zu ihrer Rechtfertigung 
und um den Verdacht eines geplanten, gewaltsamen Umsturzes 
nicht aufkommen zu lassen, auf die Desinitiou, welche Lassatile 
in seiner Vcrtheidigungsrede vor den, Berliner Kriminalgericht 
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