156 VI. Dir Revolution der Şoc.-Demokrcm:.
„die Herzen der Arbeiter verpstanzen und unsern Brüdern
„in allen Theilen der Erde die Hand reichen." (Protokoll
S. 76.)
So wurde also schon bei der Gründung der „social-
demokratischen Arbeiterpartei" der doppelt revolutionäre Cha
rakter der Social-Demokratie in unzweideutige Worte gefaßt.
Die in Eisenach zusammengekonunencn Parteigenossen nahmen
als Abschiedswort die Erinnerung mit nach heim, daß, falls
der Socialismus auf gütlichem Wege nicht zum Siege ge
langen könne, sie auch bereit sein müßten, von der Gewalt
Gebrauch zu machen. In gleichem Ton schreibt der „R.
Soc.-Demokrat" (1871, 54): „Hat die machthabende Klaffe
„so lange die friedliche, gesetzliche, sociale Revolution
„verzögert, dann wird — wie Laffalle ankündigte — die
„sociale Revolution gewaltsam hereinbrechen
„mit wild wehendem Lockenhaar, eherne Sandalen an den
„Füßen." Die Eventualität einer gewaltsamen Revolution
wird hier noch von dem Entgegenkommen oder Widerstreben
der übrigen Gesellschaftsklassen abhängig gemacht. Dadurch
sucht die Social-Demokratie die Verantwortlichkeit für jeden
revolutionären Ausbruch von sich abzuwälzen und den
Parteien zuzuschieben, die im Socialismus nicht das Heil
der Welt erblicken können, und darum nicht daran denken,
gutwillig dem Socialismus freie Hand zu lassen. Es ist
dies eine ganz ordinäre Straßenräuber-Logik, die dem An»
gegriffenen wegen des von ihnl geleisteten Widerstandes die
Schuld an dem ihm widerfahrenen Leid zuschiebt. In dieser
Logik gefällt sich der „Bolksstaat", wenn er seine Gegner
auffordert, zwischen der friedlichen und der gewaltsanien Re
volution zu wählen. Er schreibt (1871, 86):
„Denkt was Ihr Lust habt — thut was Ihr Lust habt,
„Ihr Herren; aber Eins laßt Euch gesagt sein, und das