Gewaltsame Revolution 157
«gilt für Deutschland wie für Spanien : Um die „Revo
lution" kommt Ihr nicht herum. Ihr habt nur
„die Wahl zwischen „der leichteren Revolution mittelst geeig.
,’ncter Kammerbeschlüsse", und der „Revolution auf dem
„gefährlicheren Wege der Gewalt." Gefällt Euch die letztere
„besser - gut. Ihr habt zu entscheiden."
Wir wissen aus dem Munde der über den Werth des
Parlamentarismus für die socialistischen Plane oben abgehörten
Zeugen, wie die Social-Demokratie selbst von der „leichteren
Revolution mittelst geeigneter Kammerbeschlüsse" sich lossagt.
Die den Gegnern gelasiene Wahl ist nur ein Scheinmanöver,
das den feststehenden Entschluß, auf denl Wege gewaltsamer
Revolution zum Ziele zu gelangen, verhüllen soll. Ein
Sieg durch friedliche Mittel ist für den Socialismus un-
denkbar. Er selbst widerstrebt nicht nur einer jeden fried
lichen Arbeit zur Hebung der Arbeiterklasse, sondern er spricht
es auch offen aus, daß eine ruhige Entwickelung niit dein
revolutionären Charakter seiner Partei im Widerspruch steht.
Als österreichische Arbeiter das Blatt „Bottsstimme" grün-
deten, sagren stc in ihrem Programm: „ Gerechte Forderungen
„der Arbeiter, mögen sie nun Handarbeiter, geistige Arbeiter
„oder Ackerbauer sein. werden bei uns Unterstützung finden,
„unberechtigten Forderungen aber, wie Ausschreitungen roher
„Elemente, werden wir, die wir für die ruhige Fort-
„entwickelung des Staatslebcns wirken, entschie-
„den entgegentreten." Das war wenig nach dem Geschmack
der deutschen Social-Demokratie, weshalb der „Bottsstaat"
alsbald protestirtc (187.3, 48):
„Das Blatt „Volksstimme", das wegen eingetretener
„Hindernisie erst vom 1. Juli ab erscheinen soll, wird also
„„für die ruhige Entwickelung des Staatslebens" wirken.
„So kündigt Herr Oberwinder der Bourgeoisie an, um