178 VU. Die Religion und die Soc.-Demokratie.
..bauernfängerisch, als der Kultus der „Jungfrau von Sa.
..lette" oder der „Knochen des Heiligen von Pruntrut."
Das ist doch ein offenes Bekenntniß, das nicht den So
cialismus unter dem Namen des „wahren Christenthums"
importiren und unter christlicher Etiquette an den Mann
bringen will, sondern unverhüllt sich von, Christenthum los
sagt. Eine solche Offenheit, auch wenn sie das Christen
thum als ein „Gift", alseine „achtzehnhundertjährigeKrank
heit" verlästert, halten wir immer noch für ehrenwerther, als
das verächtliche heuchlerische Gebühren derjenigen Social-
Demokraten, die sich als „echte Christen" bei den Arbeitern
einführen, vom „wahren Christenthum" aber so wenig au
sich haben, wie eine gemalte Sonne von der Wärme.
Der „Volksstaat" lehnt sich gegen eine Vermengung des
Christenthums mit dem Socialismus entschieden auf. „Ob
..Christenthum und Socialismus noch so viel Gemeinschaft-
„liches haben, so verdient doch der, der Christus zum So-
„cialisten macht, den Titel eines gemeinschädlichen Konfu'
..llonsraths". So lautet sein Urtheil (1874, 38), dem jeder
Vernünftige vollständig beistimmen muß. Und ebendaselbst
ertheilt er den unter dem rothen Banner lebenden „echten
Christen" die wohlverdiente Rüge: „Nur die Feigheit sollen
..wir nicht billigen, die den Abfall vom Glauben als Wie
derherstellung des wahren Christenthums aufspielt und also
..vom Namen nicht lasten will"; eine Rüge, welche der
.. Volksstaat" auch noch an die Adresse anderer Leute richtet,
die unter dem Vorwand einer Wiederherstellung des Christen
thums dasselbe seines wahren Gehalts berauben und weiter
nichts als den Namen übrig lassen.
Wie sich der Socialismus und das Christenthun,, oder
die Religion überhaupt zu einander verhalten, können w,r
also nirgends besier und unzweideutiger erfahren, als gerade