Full text: Die Social-Demokratie

194 VII. Die Religion und die Soc.-Demoļranc. 
„stützen und ergänzen. Zwar ist dies bis jetzt wenig hervor- 
„ gehoben worden und doch ist die Darwin s ch e Theorie 
„eine wichtige Stütze für den Socialismus, 
ķ.sie ist so zu sagen unbewußt die Sanktion des- 
„selben von Seite der Naturwissenschaft; denn 
„was ist wohl schließlich die Haupterrungcnschaft oder die 
„praktische Bedeutung der Darwinschen Lehre: neben dem 
„liefgeistigen Einblick in das Wirken der organischen Natur 
„überhaupt doch gewiß nur die strikte Anerkennung 
„des Satzes von der Gleichheit aller Menschen. 
„Auch in Bezug ans ihre Verbreitung haben beide Lehren 
„ähnliches Schicksal. Gegen beide sträubt sich die alte Welt 
„mit vieler Energie, aus Instinkt, der ihr richtig sagt: dies 
„sind meine Todtengräber; über beide kann man, besonders 
„von sogenannten Gebildeten, die albernsten Urtheile hören, 
„und wie der Philister selbst über die einfachsten und klarsten 
„Sätze der Social-Demokratie den Kopf schüttelt und sofort 
Ian's „Theilen" denkt, so hat er für die Darwin'schen 
„Lehren das stereotype Schlagwort, er könne es nicht glauben, 
„daß der Mensch vom Affen abstamme, und doch beweist 
„hier das Wort „glauben" allein schon, daß der gute Mann 
„von der Sache nichts versteht; würde er sich Einsicht ver 
„schaffen, belehret,, ernstlich daruln bekümmern, er würde 
„begreifen, wie dies könnte zugegangen sein, er würde hier 
„wie dort selbst ein Urtheil erlangen. 
„Aber wie kommt es, daß die Männer der Wissenschaft 
„selbst noch so sehr uneins sind mib die Mehrzahl derselben, 
„nachdem sie die biblische und überhaupt jede sogenannte 
„Schöpfung zurückweisen, ja sogar die ganze Argumentation 
„der Verfechter des Darwinismus gut heißen, diese aber doch 
„für keinen Fall auf die Entwickelung des Menschen ange 
wendet wissen wollen? Nach den Konsequenzen dieser Lehre
	        
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