Full text : Die Social-Demokratie

Lokalblätter.

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großer  Vorsicht  zu  Werke  und  unternimmt  nur  da  die
Gründung  eines  eigenen  Drgans,  wo  sie  einen  bereits  zubereiteten ­
  Boden  sindet.  Sehr  beachtenswerth  ist  in  dieser
Beziehung  ein  die  Parteipresie  besprechender  Artikel  des
„Volksstaat"  (1874,  81)  worin  es  heißt:
„Selbstverständlich  wird  man  lein  Parteiblatt  da
"gründen,  wo  noch  gar  kein  anderes  Blatt  erscheint,  oder
„verbreitet  ist.  Die  Parteien,  die  wir  bekänipfen,  sind  unsere
„Vorgänger;  das  Volk  muß  durch  ihre  Schule  hindurch-„gegangen
  sein,  auf  ihrem  Niveau  stehen,  bevor  cs  sie
„durchschauen  und  den  Gegensatz  zwischen  ihren  und  seinen
"Interessen  begreifen  lernen  kann.  Je  iliehr  Zeitungen  in
„einer  Gegend  gelesen  werden,  und  je  mehr  die  dort  ver-„tretene
  Presse  nach  links  hinneigt,  desto  günstiger  ist
'»also  das  Terrain  für  uns.  Beispielsweise  wäre  es
»nicht  rathsam,  da  ein  social-deniokratisches  Blatt  zu  gründen,
„wo  nicht  schon  seit  längerer  Zeit  mindestens  ein,  der
„Fortschrittspartei  oder  der  bürgerlichen  Demokratie  dienendes
„Blatt  verbreitet  ist.  Viele  von  uns,  die  vor  zehn  oder
»sünfzchu  Jahren  die  politische  Kost  der  letzteren  Art  genossen
»haben,  können  aus  Erfahrung  sagen,  wie  der  Reiz  der
"Acuheit  dieselbe  schmackhaft  macht;  die  Arbeiter  müssen  also
„diese  Nahrung  bereits  kennen,  um  sich  von  ihr  ab,  und
„einer  besseren  zuzuwenden."
Diese  li'Oitc  bedürfen  keines  Kommentars.  Sie  zeigen
deutlich  genug,  auf  wessen  Schultern  die  Social-Demokratie
steht  und  wie  verkehrt  es  ist,  den  Erklärnngsgrund  für  die
Existenz  des  Socialismus  ausschließlich  in  den  socialen  Nothständen ­
  zu  finden.*)
Versuchen  wir  die  Haltung  der  social-demokratischen  Presse
*)  Ein  Verzeichnis;  der  deutschen  social  demokratischen  Presse
stehe  in  der  Beilage
            
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