Full text: Die Social-Demokratie

42 li. Das Deutsche Reich u. die Social-Demokratie. 
„titel nicht blos für etliche Mandel Thaler kaufen kann, 
„sondern auch, wenn man Ministerialrath wird, geschenkt 
„und frei in's Haus geliefert bekommt." 
Freilich, Bekenntnisse, wie das nachfolgende, mögen der 
Social-Demokratie wenig behagen. Bismarck erklärte im 
Preußischen Abgeordnetenhause (Bolksstaat 1672, 15): 
„Was in jenen meinen Aeußerungen im lebendigen christ - 
„lichen Glauben liegt, dazu bekenne ich mich noch heute ganz 
„offen, und scheue dieses Bekenntniß weder vor der Oesfent- 
„lichkeit, noch in meineni Hause an irgend einem Tage; aber 
„gerade dieser mein lebendiger, evangelischer, christlicher Glaube 
„legt mir die Verpflichtung auf, für das Land, wo ich ge- 
„boren bin, und zu dessen Dienst mich Gott geschaffen hat, 
„und wo ein hohes Amt mir übertragen ist, dieses Amt 
„nach allen Seiten hin zu wahren, und wenn Fundamente 
„des Staats von den Barrikaden und der republi- 
„kanischen Seite angegriffen werden, so habe 
„ich es für meine Pflicht gehalten, auf der Bresche 
„zu stehen, und werden sie von Seiten angegriffen, die eher 
„berufen waren und noch immer sind, die Fundamente des 
„Staats zu befestigen und nicht zu erschüttern, so werden 
„sie mich auch da zu jeder Zeit aus der Bresche finden. 
„Das gebietet mir das Christenthum." 
Ein solch offenes und freies Wort zeigt der Social- 
Demokratie den Mann, der auch der geplanten socialen Re 
volution gegenüber auf der Wacht steht, der schon um deß 
willen auf die Gunst oder auch nur Schonung einer 
revolutionären Partei nicht rechnen darf. Es ist gewiß kein 
Scherz, sondern ernstlich gemeint, wenn der „Volksstaat" 
(1873, 84) an die Mittheilung, daß nach Verfügung des 
Kaisers Wilhelm die einzelnen Forts in Straßburg und 
Metz „FortBismarck", „FortRoon", „FortMoltkc" u. s. w.
	        
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