Full text: Die Social-Demokratie

Cuflle alles Elends. 
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„„Wenn ihr erblickt des nächsten Tages ?icht, 
„Dann jagt man uns hinaus, uns Bettelleute; 
„Dann kümmert's Niemand, ob das Herz uns bricht, 
„Dann sind wir stets des bösen Zufalls Beute. 
„„Die Äugen schlagt zu Boden dann vor Scham, 
„Die Hände faltet stets, ibr Vagabunden, 
„Die Nucken krümmt, ans Ehrfurcht, nicht aus Gram, 
„lind neigt euch vor des reichen Nachbars Hunden. 
„„Er hetzt sie sonst euch Bettelkindern nach. 
„Ja, ja, ich sah es schon, — um Gottes willen 
„Seid nur demüthig. Kinder, kriechend! - ach, 
„Wer wird euch sonst den krausen Hunger stillen? 
„„Dann Kinder! wen» nun gar der Vater todt, 
«Der Bettelmann liegt an der Kirchhofmauer, 
„Dann erst kommt ihr in rechte, tiefe Noth, 
„Kein Christenmknsch schiert sich um eure Trauer. 
„„Euch Buben dort verwildert das Gemüth, 
„^hŗ kriegt dann ì'ust, das Elend dran;ugeben, 
«Und da euch jeder Ehrenmann scheu flieht, 
„So führt ihr bald getrost ein Räuberleben! 
„„Und ach, ihr Mädel, wie wirds euch ergeh'n? 
«Die ihr dort lieblich ruht und unbefangen. 
„Wenn ihr so arm seid und dabei so schön, 
„Dann handelt ihr mi, euren Rosenwangen — 
„„Und werdet Dirnen? —— Nein, das sollt ihr nicht — 
„Nein, nein, bei Gott! — rch muß, ich will euch schützen!" — 
"T'rauf hielt die Hand er lange vor's Gesicht, 
„Und als er aufblickt sah er etwas blitzen. — 
war's -- das Messer dort — er nahm es schnell 
„Und kniete — und durchschnitt der Kinder Kehlen — 
„Das Blut entströmt im Bogen hoch und hell, 
„Zum Himmel zogen fünf unschuld'ge Seelen.'
	        
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