Object: Einführung in die Volkswirtschaftslehre

Das Arbeitseinkommen. 
NS 
werksgeselle cs noch hosfen konnte, die Möglichkeit emporiusteigen 
sicht. Er prägt sich denn auch P o l i t i s ch auf das schroffste aus; 
die Chartisten beweg ung in England in den dreißiger 
Jahren des vorigen Jahrhunderts, die Rommune-Auf- 
stände m Frankreich und 1871, d i e russische, die 
ungarische, die deutsche Revolution sind einzelne 
besonders markante Erscheinungen. Sie gingen allerdings in ihren 
fielen, tie auf eine Umänderung oder den Umsturz der gefamten 
Staats« und Gesellschaftsorganisation sich richteten, viel weiter als 
nur auf das Linkommensverteilungsproblem; doch bildet dies 
die eigentlichste (Quelle ihrer Kraft. Diese politischen Ereigniss.' 
können wir hier nicht verfolgen; doch müssen wir noch einen Blick 
auf die besonderen Mittel und weikzeuge werfen, die sich Unter- ' 
nehmer wie Arbeiter für den L o h n k ä m p f schufen. 
In dem Maße, wie sich das alte Bandwerk in die moderne 
Industrie umwandelt, verschiebt sich das Verhältnis der Zahl 
zwischen beiden Parteien; während der Handwerksmeister einige 
wenige Gesellen und Lehrlinge beschäftigte, steht ben. moderne 
Unternehmer Hunderten, ja tausenden von Arbeitern gegenüber. 
Der Handwerksmeister konnte in große Verlegenheit gesetzt werden, 
wenn ihm ein besonders tüchtiger Geselle — vielleicht sein einziger 
— davonging; der moderne Fabrikbesitzer wird dem Fortgang 
eines einzelnen Arbeiters- gegenüber kühl bis ans Herz bleiben, 
paßt dem Arbeiter im Bergwerk, in der Baumwollspinnerei sein 
Lohn oder die Arbeitsbedingungen nicht, so ist er völlig machtlos, 
dies zu ändern, falls der Unternehmer nicht etwa gutwillig seine 
wünsche erfüllt; er kann nur fortgehen und wird vielleicht so bald 
keine neue Stellung finden. Dies ändert sich in dem Augenblick, 
als die Arbeiter sich z u s a m m e n s ch l i e ß e n. In der 
Regel wird allerdings selbst der Zusammenschluß aller Arbeiter 
einer Fabrik sie noch nicht zu einer dem Besitzer ebenbürtigen 
Macht erheben; denn die Gesamtzahl aller 2lrbeiter eines Gewerbes 
ist so groß, daß sich auch für eine größere Zahl nicht unschwer 
Ersatz finden läßt, wenn aber sämtliche Arbeiter eines Gewerbes 
sich vereinigen und dadurch ein solcher Ersatz unmöglich wird, 
ist wirklich ein gewisses Gleichgewicht der Kräfte hergestellt. 
^ Dle Arbeiter haben denn auch frühzeitig begonnen, einen solchen 
Zusammenschluß nach Gewerbe n anzustreben, wie die 
Entwicklung der modernen Großindustrie in England einsetzt, so 
auch die der Arbeiterverbiudungen, der. G e w e r k v e r e i n e ,' in
	        
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