U
1 pCügcn Lösung irgend,, welche Gesundlipiisstörungen. Der Urin
war dünnflüssig, röthlich. Die chemische Untersuchung ergab Ros
anilin, aber kein I^iweiss.
Auch Inhalationen einer ,1 pCtigen Ijösung, so lange forlgesetzt,
dass die Schnauze und die Brust der Tliiere, roth gefärbt waren, , er
gaben nicht die geringste Aenderung in deren Befinden.
Wir sind somit zu dem für die Anilinfarben im Allgemeinen
sehr wichtigem Schlüsse berechtigt, dass Rosanilin nicht
gesundheitsschädigend wirkt.
Fuchsin.
Unter allen Theerfarben spielt zur Zeit das Fuchsin in sanitärer
Beziehung die grösste Rolio^ und über alle anderen Theerfarben zu
sammen ist nicht so viel geschrieben und gestritten worden, wie über
das Fuchsin allein. Der Grund hierfür ist ein doppelter. Einmal
schloss man, dass das Fuchsin sowohl an und für sich als auch als
Grundlage vieler anderer Anilinfarben, weil es aus dem Anilin dar
gestellt werde, gerade deshalb wie Anilin ein Gift sein müsse und
übersah, dass das Fuchsin ein Salz des Rosanilin’s, nicht des Anilin's
ist, und dann trennte man bei dçn bekannt gewordenen, nachtheiligen
Wirkungen des Fuchsins niemals scharf die Wirkung des Fuchsins
von der des zu seiner Darstellung früher stets gebrauchten Arseniks
resp. des Arsengehaltes des fertigen Fuchsins.
So sagt in ersterer Richtung Sonnenkalb, dass man a priori
eine gewisse Berechtigung habe, die Anilinfarben als Salze des Anilins
unter die Gifte zu zählen, — giebt aber wenige Zeilen später selbst
zu, dass das Anilin zur Herstellung seiner Farben in einen ganz
anderen Körper, das Rosanilin, umgcwandplt sei.
In zweiter Richtung liegen inehreie Fälle aus, der Literatur vor. Ein überall
citirter ist der von Friedrich in der Deutschen Klinik 186.‘{, No. 49 erzählte.
Ein junger Mann, welcher G .fahre vorher an Morh. bright, gelitten hatte, er
krankte in einem Drogiiengeschäft, wo er die Verpackung der Anilinfarben zu be
sorgen hatte, nach voransgégangenem L'nngencatnrrh an Müdigkeit. Ohnmachts
gefühlen, Kopfschmerzen, trockener Zunge, Schmerzen in der Nierengegond,
saurem Geschmacke, Stumpfsein der ZäJine, ge.schwoilenem Zahulloisoh und litt
später beim Einschlafen und während des Schlafes an klonischen Krämpfen in den
Extremitäten und den Gesichtsmuskeln bei erweiterter, trüge reagirender Pupille.
Der Fall endete in Genesting, und Friedrich erklärt denselben dahin, dass die
Nierenschmerzen als Folge des früheren Morb. Bright., die Geschwulst des Zahn
fleisches als Folge des in den Anilin-ihäparaten vorkommenden Quecksilbers und
die klonischen Krämpfe als Folge der Anilin-Wirkung zu betrachten seien. Ohne