Full text : Die Theerfarben-Fabriken der Herren Meister, Lucius & Brüning zu Höchst a. Main, in sanitärer und socialer Beziehung

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nische  Masse  aus.  Das  Naphtol  ist  fast  geruchlos  uud  schmeckt  brennend;  als
Dampf  und  Staub  reizt  es  zum  Husten  und  Niesen.
Die  Sulfosäuren  der  Amide,  wie  auch  die  des  Naphtols  entstehen  durch  Erwärmen ­
  der  betreffenden  Körper  mit  englischer  Schwefelsäure.  Die  Diazoverbindungen ­
  bilden  sich  bei  Einwirkung  von  salpetrig-saurem  Natron  auf  eine  Lösung ­
  des  sulfosäuren  Salzes  der  betreffenden  Amidoverbindung  unter  Abkühlen.
Die  Bildung  der  Farbstoffe  erfolgt  leicht  durch  Vermischen  der  wässrigen
alkalischen  Lösungen  der  bezeichneten  Körper;  sie  werden  durch  Umlösen  und
Fällen  mit  Kochsalz  rein  erhalten  und  getrocknet  als  Kalium-  oder  Natrium-Salz
  in  den  Handel  gebracht.
Aus  den  einleitenden  Bemerkungen  über  Naphtalin  ad  1.  2  geht
hervor,  dass  dasselbe  nur  in  Form  heisser  Dämpfe  zu  furchten,  im
Uebrigen  sanitär  nicht  schädlich  sei.  Die  Erfahrungen,  die  wir  bei
der  Darstellung  der  betreffenden  Farben  machen  konnten,  sind  noch
sehr  gering,  weil  dieser  Zweig  der  Fabrikation  erst  seit  einem  Jahre
besteht.  Im  Jahre  1878  waren  in  den  beiden  Räumen  zusammen  49
Arbeiter  beschäftigt,  welclie  42  Erkrankungen  aufweisen.  Mit  Ausnahme ­
  von  je  zwei  Fällen  von  Ilyperidrosis  localis  in  Jedem  Raume,
kamen  Fabrikerkrankungen  nicht  vor,  und  der  verhältnissmässig  hohe
Procentsatz  der  Erkrankungen  in  dem  Naphtol-Raume  (94  pCt.)  hat
seinen  Grund  in  einer  grossen  Anzahl  von  leichten  Verletzungen  —
10  Fälle  —  welche  bei  dem  grösseren  Vertrautwerden  mit  den  Hantirungen
  für  die  Zukunft  wohl  wegfallen  werden,  ln  dem  Orange-Raume
  vertheilen  sich  die  Erkrankungen  —  75  pCt.  —  fast  gl  eichmässig
  in  die  verschiedenen  Rubriken.
Mit  Orange  fütterte  ich  durch  10  Tage  drei  Lapins,  indem  dieselben ­
  1  kg  Gerste,  gefärbt  mit  5  g  Orange  erhielten.  Die  Tiñere
blieben  gesund  und  sind  es  auch  jetzt,  10  Tage  später,  noch.
111.  Die  Alizarin-Fabrik.
Die  Alizarinfabrik  beschäftigt  sich  zuerst  mit  der  Reinigung  des
von  den  Theersiedereien  kommenden  Rohanthracens,  welches  einen
Gehalt  von  20  bis  40  Procent  an  reinem  Anthracen  liât.
Durch,  wenn  nöthig  wiederholtes,  Waschen  mit  warmer  Naphta,  hydraulisches ­
  Pressen  und  durch  Sublimation  erzielt  man  ein  Product  von  50  pCt.  und
darüber,  welches  der  weiteren  Fabrication  genügt.
Die  A  nth  racen  reinig  ung  ist  mit  Feuersgefahr  verbunden,  weil  man  das
zu  sublimirende  Anthracen  mit  freiem  Feuer  erhitzt  und  weil  die  verunreinigte
Naphta  durch  Destillation  über  freiem  Feuer  wiedergewonnen  wird.  Diese  Manipulationen ­
  sind  deshalb  in  vielen  kleineren  Bäumen  vertheilt.  (KaumVl,Vll  und
YHl.)
            
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