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so wird um mindestens dieselben Sätze die Fracht auch für solche Güter ermässigt,
die von Tetschen-Bodenbach zu Wasser in Berlin ankommend, bis nach Stettin bestimmt
sind und von Berlin aus gleichfalls die Wasserstrasse nach der Oder einschlagen. Bei
dem Transport per Eisenbahn von Bodenbach bis Berlin und der weiteren Fracht bis
Stettin per Wasser kommen noch die nicht geringen Kosten der Umladung in Berlin
hinzu, die durch den Canal gleichfalls erspart werden.
Bei der grossen Bedeutung der Wasserstrasse für den Kohlentransport mag
noch bemerkt werden, wie sich nach Ausbau des Canals die Transportkosten für den
wichtigen Artikel „Böhmische Braunkohlen“ stellen dürften.
Kohlenfrachten bis Berlin im April 1881.
10 000 Kilo Westfälische Kohlen von Gelsenkirchen bis Berlin per Bahn . Mark 114
10 000 „ „ „ „ „ bis Berliner Gasanstalt „ 119
10 000 Kilo Westfälische Kohlen Bahnfracht Gelsenkirchen-Uamburg . . Mark 61
Wasserfracht Hamburg-Berlin . . . » 36
Gelsenkirchen - Berlin Mark 97
10000 Kilo Schlesische Kohlen, Bahnfracht bis Berlin . . . .
10000 „ „ „ „ bis Gasanstalt Berlin .
10 000 Kilo Englische Kohlen, Seefracht bis Swinemünde . . .
Wasserfracht Swinemünde-Berlin .
Mark 115
„ 119
Mark 56
40
bis Berlin Mark 96
10 000 Kilo Böhmische Braunkohle per Bahn Mark Jo
10 000 „ „ „ per Wasser (Elbe, Havel, Spree) . . „ 70
10 000 Kilo Böhmische Braunkohle, Wasserfracht Aussig-Riesa . . Mark 20
Canalfracht Riesa (Grödel) Berlin ca. „ 35
bis Berlin Mark 55
Aus dieser bedeutenden Fracht er spar niss, welche für böhmische Braunkohlen
der Bahn gegenüber 40 Mark, der heutigen Wasserfracht gegenüber 15 Mark betragen
dürfte, ferner aus den gleichfalls sehr wesentlichen Preisreductionen für die Fracht aller
andern Artikel des Wassertransports geht unzweifelhaft die grosse Wichtigkeit des
Elb-Spree-Canals für den Verkehr hervor.
IV.
Um sich jedoch nicht blos auf allgemeine Erwägungen und Annahmen trotz
der grossen Wahrscheinlichkeit ihrer Correctheit verlassen zu müssen, ist für den
Nachweis der Rentabilität
die directe Ermittlung des zu erwartenden Local- und Durch
gangs-Verkehrs durch Befragung der Interessenten mittelst
Fragebogen
versucht worden.
Local-Verkehr des Elb-Spree-Canals von Cöpenick bis Grödel bei Riesa.
In der folgenden Zusammenstellung befinden sich die Resultate einer in
dieser Weise angestellten Enquête. Längs der Canallinie sind Fragebogen an solche
Persönlichkeiten hinaus geschickt worden, von denen man voraussetzen konnte, dass
sie intelligent genug wären, um richtige Antworten geben zu können, aber auch
ehrlich genug, um nicht etwa einen Verkehr zu fingiren, der gar nicht vorhanden war,