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Das für den Localverkehr des Elb-Spree-Canals, d. h. für den Empfang und
Versand der Ortschaften zwischen Cöpenick und Grödel (Riesa) berechnete Quantum
von 1039 500 Ton. beruht, wie bereits bemerkt, in der Hauptsache auf der sach-
verständlichen Ermittelung solcher Vertrauenspersonen längs der projectirten Canallinie,
in deren Berechnungen und Schätzungen von vornherein ein Zweifel nicht gesetzt zu
werden brauchte. Es möchte daher, abgesehen von den kleineren Unrichtigkeiten, die bei
einer derartigen Aufstellung unvermeidlich sind, wohl nicht zu bezweifeln sein, dass für den
localen Verkehr des Canals von Cöpenick bis Grödel in den Ortschaften bis zu 1 Meile
Entfernung von der neu projectirten Wasserstrasse ein Transportquantum von 20 bis
21 Millionen Centnern zur Verfügung steht, wobei allerdings die durch die billigere
Fracht zu erwartende Verkehrssteigerung, wenn auch in bescheidener Weise, hier und
da mit in Rechnung gezogen worden sein mag.
Obiges Quantum als im Allgemeinen richtig angenommen, ist jedoch nicht zu
übersehen, dass in manchen Ortschaften Güter als Versand notirt sind, die ein anderer
Ort als Empfang gleichfalls berechnet hat, während das betr. Frachtgut nur einmal
zur Verfrachtung gelangt und die Canalgebühr auch nur einmal bezahlt wird.
Dies wird nur von einem (leider unbekannten) Theil der Güter gelten, keines
wegs von allen. Um jedoch recht sicher zu gehen und gleichzeitig dem Einwand zu
begegnen, dass die berechneten Frachtquantitäten sich dem Canal nicht sofort (un
mittelbar nach dessen Ausbau), sondern erst nach und nach zuwenden würden, schlägt
der Verfasser vor, das ermittelte Frachtquantum des Localverkehrs von 1 039 500 Ton.
auf die Hälfte und zwar auf 519 750 Ton. zu reduciren.
Aus den erhaltenen Angaben ist ferner nicht ersichtlich, welche grössere oder
kleinere Strecken des Canals jedes aufgegebene Frachtgut zu durchlaufen haben
wird. Wird man auch anzunehmen haben, dass die grossen Massen-Artikel der
erwähnten Bezirke an Holz, Getreide, Torf, Braunkohlen, Baumaterialien, Dünge
mitteln u. s. w. weniger zwischen den einzelnen Bezirken ausgetauscht, sondern
darüber hinaus versandt oder aus grösseren Fernen bezogen werden, und wird man
ferner voraussetzen dürfen, dass auch die Industrie mit ihrem Versand wie Bezug in
den meisten Fällen über das Gebiet des localen Verkehrs hinaus gehen wird, so lässt
sich doch die für die Rentabilitäts-Berechnung nothwendige Umrechnung sämmtlicher
Güter des Localverkehrs in Güter des Durchgangverkehrs, also in solche, welche die
ganze Canallänge passiren, nur durch eine abermalige Reduction, und zwar, wie
der Verfasser nach sorgfältigster Erwägung vorschlägt, durch eine abermalige Halbirung
obiger 519 750 Ton., also
519 750 Ton. = 259 875 Ton., rund 250 000 Tonnen
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erreichen.
Darnach würde der Localverkehr des Canals zu 250 000 Tonnen
Durchgangsgut, d. h. die ganze Canallinie passirender Güter, anzu
nehmen sein.
Directer oder Durchgangs-Verkehr des Elb-Spree-Canals.
Weit schwieriger ist die Berechnung des Durchgangsverkehrs. Hierbei
ist zuvörderst zu unterscheiden zwischen dem Theil des bereits vorhandenen
Durchgangsverkehrs, den der projectirte Canal seiner billigeren Fracht
wegen den zwischen Berlin und Böhmen-Sachsen laufenden Bahnen, nicht