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deutsche Kapital bei der Anlage von ausländischen
Fabriken erhoffte, stand von vornherein das Risiko
sowie die Gefahr einer Verringerung des Absatzgebietes
durch Einführung eines deutschen Zolles
gegenüber, umsomehr, als auch sämtliche andere
Staaten, mit Ausnahme von England und Holland, einen
Zoll auf Calciumcarbid schon eingeführt hatten und
die deutschen Kapitalisten mit dieser Möglichkeit auch
hatten rechnen müssen.
Den Ausfall an Carbid, den die von deutscher
Seite finanzierten Carbid werke bei Einführung eines
Zolles erleiden, können sie durch Steigerung der bereits
jetzt schon übernommenen Produktion anderer Fabrikate
wieder ausgleichen.
Sehr viel Aussicht bietet hierzu die Erfindung des
Cyanamids, eines aus Calciumcarbid und dem Stickstoff
der Luft mittels eines sehr einfachen Verfahrens
gewonnenen Düngemittels. Nach den bisherigen
Untersuchungen der Herren Professoren Wagner und
Gerl ach kann das Cyanamid inbetreff des Preises und
seines Dungwertes mit dem schwefelsauren Ammoniak
(150000 tons Einfuhr) und dem Chilisalpeter (500000
tons Einfuhr) wohl konkurrieren.
Den Wert dieser Erfindung kann man ermessen,
wenn man bedenkt, dass allein Deutschland circa
120 Millionen Mark pro Jahr für diese Düngemittel
bezahlt, während in Zukunft hierzu der Stickstoff einer
Luftsäule benutzt werden kann, die über 1,00 Hektar
lagert. Die Konkurrenzfähigkeit des Cyanamids setzt
einen Carbidselbstkostenpreis von ca. 140 Mk. pro
Tonne voraus. Dieser Preis kann sehr wohl erzielt
werden, wenn die teuren Verpackungs- und Versandt
kosten in Wegfall kommen, besonders aber wenn
Wasserfälle von über 10000 PS. voll ausgenutzt
werden. Deutschland ist allerdings an Wasserkräften