Full text : Die österreichisch-rumänische Zollfrage

36

rumänische  Conventionaltarif  für  unsere  Industrie  war.  Die
Zollsätze  beider  Tarife  haben  wir,  wie  schon  erwähnt,  eingangs ­
  unserer  Schrift  verglichen.
Die  wirthschaftlichen  Verhältnisse  in  Industrie  und  Landwirtschaft ­
  sind  nun  wesentlich  dieselben  in  Serbien  wie  in
Rumänien.  Analoge  Zollsätze  würden  uns  deshalb  als  das
Natürlichste  erscheinen.
Unser  Vorschlag  geht  demgemäss  dahin,  dem  neuen
rumänischen  Conventionaltarife  die  Zollsätze  des  serbischen
Tarifes,  insoweit  sie  unseren  Interessen  günstiger  sind,  zu
Grunde  zu  legen,  um  dann,  im  Genüsse  des  Meistbegünstigungsrechtes, ­
  an  allen  vielleicht  im  Laufe  der  Jahre  anderen
Staaten  gewährten  Zollerleichterungen  eo  ipso  zu  participiren.
Darin  aber,  dass  wir  die  Zollsätze  des  serbischen  Conventionaltarifes
  anstreben,  eines  Tarifes,  der,  wie  erwähnt,
mehr  unter  der  Einwirkung  unseres  auswärtigen  als  des
Handelsamtes  zu  Stande  kam,  darin  dürfte  kaum  von  einer
Seite  ein  Zuviel  des  Beanspruchten  gesehen  werden  können.
Das  dritte  Gebiet,  auf  das  sich  die  Forderungen  unserer
Vertragsunterhändler  erstrecken  müssten,  wäre  das  des  Tarifwesens ­
  der  Transportmittel  Rumäniens.
Wir  werden  im  letzten  Abschnitte  sehen,  welch  hohen
Einfluss  das  tarifarische  Vorgehen  der  Eisenbahn-  und  Schifffahrtsunternehmungen ­
  auf  die  Ausdehnung  oder  Einschränkung ­
  des  Aussenhandels  zweier  fremder  Staaten  nehmen
kann;  wir  werden  dort,  wo  wir  die  Repressalien,  die  uns
gegenüber  einem  unnachgiebigen  Rumänien  zur  Verfügung
stehen,  besprechen,  darüber  Mehreres  zu  sagen  haben.
Hier  aber  schon  wollen  wir  darauf  hinweisen,  wie  unbedingt ­
  nöthig  es  ist,  durch  förderliche  tarifpolitische  Abmachungen ­
  die  günstige  Wirkung  unserer  Anträge  für  den
Handelsvertrag  zu  erhöhen,  aber  auch  dafür  zu  sorgen,  dass
Rumänien  dieselbe  nicht  illusorisch  macht  durch  späteres
Eingehen  von  Verbandstarifen,  die  alles  Errungene  paralysiren.
Der  Tarif  für  die  „lange  Strecke"  soll  die  Ungunst,
welche  die  grössere  Distanz  mit  sich  bringt,  verwinden  helfen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.