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Wohl aber können wir dort viel, wenn nicht alles er
reichen, wenn man uns fürchtet. Ein starker Arm, der
für sein gesundes Interesse ein tritt, hat den sicheren Sieg
vor sich.
Concessionen in unseren Forderungen können wir
nicht machen, denn wir haben nur das Minimum begehrt.
Vielleicht war dies ein taktischer Fehler, vielleicht hätten wir
vortheilhalter Rumänien nachgeahmt, das mit aller Energie
seines jugendlichen Staatscharakters Unmögliches fordert,
um schliesslich das Mögliche zu erhalten.
Gleichviel, Rumänien hat seine Forderungen erhoben,
ebenso unsere Regierung. Inwieweit diese letzteren mit den
unseren zusammenfallen, wissen wir nicht. Und wir fürchten
allerdings, dass unsere Regierung sich schon bei Beginn der
Verhandlungen den Ansprüchen Rumäniens gegenüber zu sehr
entgegenkommend, für unsere Interessen aber zu anspruchslos
gezeigt hat. Die Zukunft erst kann darüber Licht verbreiten.
Wir waren bemüht, den Einwurf, Oesterreich-Ungarn
solle aus Gründen der auswärtigen Politik nachgiebig sein
und einen Zollkrieg vermeiden, zu entkräften.
Erwägen wir nun nur noch kurz, ob in diesem princi
pien nicht zu verwerfenden Zollkriege für uns ein Sieg mög
lich ist.
Wir glauben: Ja! Und zwar scheint uns der Erfolg ein
sicherer.
Unsere Repressalien werden sich in zwei Richtungen
bewegen müssen. Die Waaren, die Rumänien für Deckung
unseres Bedarfes bestimmt, zu uns exportirt, werden mit
Kampfzöllen zu treffen sein, der rumänische Transithandel
durch Oesterreich-Ungarn wird mit Ausnahmsfrachttarifen
zu belasten sein.
Zu den erwähnten Kampfzöllen stattet uns der be
stehende und auch der beantragte allgemeine österreichisch
ungarische Zolltarif mit allen nöthigen Waffen aus. Artikel III
desselben nämlich ermächtigt die Regierung, Waaren aus
Staaten, die uns Meistbegünstigung verweigern, mit dem Zoll-