Object : Die Deutschen im Auslande

teuren  in  Buenos  Aires  zu  kaufen.  Eisenwaaren  aller  Art,
Pianinos,  Lampen,  Geschirr,  Möbel.  Bier  rc.  kommen  zum
größten  Theil  direkt  aus  Deutschland;  auch  das  jetzt  anlangende
Material  für  die  neue  Bahn  trägt  den  jedes  Deutschen  Herz
mit  Stolz  erfüllenden  Namen  „Friedrich  Krupp.  Essen".  Die
Textilindustrie  steht  noch  sehr  zurück,  nur  Strumpfwaaren  aus
Limbach  fangen  an,  sich  einzuführen.  Es  bedarf  meines  Erachtens
  nur  einer  lebhaften  Agitation,  um  auch  deutschen  Geweben,
  namentlich  den  Elsässer  Kattunen,  hier  Eingang  zu  verschaffen. ­
  Die  äußere  Stellung  der  Deutschen  und  das  Ansehen,
welches  sie  genießen,  hat  sich  in  den  letzten  Jahren  wesentlich
gehoben,  wozu  die  tüchtige  und  hier  allgemein  anerkannte  Amtsführung
  des  deutschen  Kousulats  nicht  wenig  beigetragen  hat.
Ob  die  deutsche  Regierung  einen  Berufskonsul  hier  hersenden
wird,  ist  eine  viel  erörterte  Frage.  Die  beiden  europäischen
Nationen,  welche  jetzt  in  Paraguay  Berufskonsulate  unterhalten,
Frankreich  nnd  Spanien,  haben  hier  nicht  die  Bedeutung,  wie
die  Deutschen."
Uruguay.  In  dem  fruchtbaren  Graslande  llruguay  standen ­
  bis  jetzt  leider  die  ewig  dort  herrschenden,  beklagenswerthen
politischen  Wirren  einer  erfolgreichen  europäischen  Kolonisation
hindernd  im  Wege.  Es  sind  demnach  auch  keine  deutschen
Ackerbaukolonien  von  irgend  welcher  Bedeutung  vorhanden;
erwähnen  wollen  wir  nur  die  von  deutschen  Schweizern  besiedelte ­
  Kolonie  Nueva  Helvecia.  Das  Unternehmen  des
Herrn  Ed.  Grauert,  in  der  Nähe  des  Forts  Santa  Teresa
eine  größere  deutsche  Kolonie  in's  Leben  zu  rufen,  ist  kläglich
gescheitert,  indem  die  Regierung  des  Präsidenten  Tajos  den
.Kolonisationsvertrag,  welchen  Herr  Grauert  mit  der  früheren
Regierung  mit  Zustimmung  der  Kammern  geschlossen  hatte,  in
            
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