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Der Handel Deutschlands mit N i e d e r l ä n d i s ch . O st.
indien ist leider ein noch wenig entwickelter, was haupt
sächlich wohl dem Mangel einer direkten Schiffsverbindung und
einer ausreichenden konsularischen Vertretung des Reiches aufIava
zuzuschreiben ist. Daher hat eine Anzahl von Handelskammern
sich dem Gesuche derjenigen von München-Gladbach um An-
stellung eines Berufskonsuls in Batavia, sowie um Einrichtung
einer direkten Verbindung mit Riederländisch-Ostindien durch
die deutschen ostasiatischen Dampferlinien angeschlossen.
Hinterindien. Tie Interessen Deutschlands in Hinter
indien sind nicht unbedeutend. Das wichtige Emporium Sin-
g a p o r e in der englischen Kolonie Straits Settlements
bildet eine Hauptetappe des Verkehrs zwischen Hamburg und
Ostasien. Die hier ansässigen Deutschen sind fast sämmtlich
Hamburger.
Auch in B a n g k o k, der Hauptstadt von Siam, sind
Deutsche in recht ansehnlicher Zahl vorhanden. Es sind vor-
wiegend deutsche Schiffe, welche den Verkehr zwischen Bangkok
und den Küstenplätzen von Riederländisch-Ostindien und China
vermitteln. Leider sind die Handelsbeziehungen zwischen Deutsch
land und Siam noch höchst unbedeutend. Es wäre dringend
zu wünschen, daß auch deutsche Firmen und deutsche Großin-
dustrielle sich an der Erschließung dieses wirthschastlich wichtigen
Landes betheiligten, welches mit der Halbinsel Malakka bei
nahe doppelt so groß ist wie das Deutsche Reich; insbesondere
sollten unternehmende deutsche Kapitalisten dem geplanten Eisen-
bahnbau ihre Aufmerksamkeit zuwenden. Die beiden Engländer
Mr. Colquhoun und Mr. Holt S. Hallet, welche zu
handelspolitischen Zwecken Hinterindien und China bereisten,
empfehlen tringend, von Siam und Birma aus durch Herstellung