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einer Kirchengemeinde in Verbindung stehen. Tie Einführung
des Deutschen in die Volksschulen ist auf dreifachem Wege vor
sich gegangen. Erstens: Man stellte für größere Schulen einen
oder mehrere Speziallehrer des Deutschen an, welche jeder Klasse
täglich etwa dreißig Minuten widmeten. Diese Lehrer haben
an einem Tage oft bis zu dreihundert Schüler in zehn Klaffen
zu unterrichten. Glücklicher Weise scheint dieses System, bei
welchem offenbar der deuffche Unterricht sehr schlecht fahren
mußte, bald außer Gebrauch zu kommen. Zweitens: Man
sonderte die deutschsprechenden Kinder von denen ab, die nicht
deutsch lernen wollten, und gab je zweien dieser deutschameri-
kanischen Klassen eine englische und eine deutsche Lehrkraft,
welche sich in die zur Verfügung stehende Zeit zu theilen hatten,
räumte also dem Unterrichte im Deutschen die Hälfte oder. wo
man drei solcher Klassen errichten mußte, ein Drittel des Schul-
tages ein. Diese Einrichtung findet man da. wo das Deutsch
thum die festesten Wurzeln geschlagen hat, z. B. in den größe
ren Städten von Ohio und in Milwaukee. Drittens: Man
reservirte für die deutschen Schüler ganze Schulhäuser. Wo sie
bestehen, sind diese Separatschulen mit einem vorzüglichen Leh-
rerpersonal ausgerüstet und leisten thatsächlich sowohl im Deut
schen wie im Englischen Ausgezeichnetes. Man findet solche
Schulen in Columbus, Ohio, in Baltimore, in San Francisco,
in Jndianopolis und in mehreren kleineren Orten des Westens.
Die Resultate, welche die Lehrer des Deutschen in den Volks-
schulen erzielen, sind nach Klemm im Großen und Ganzen
befriedigend. Viele Tausende von Kindern sind durch sie dem
Deutschthum erhalten geblieben, welche sonst ohne Zweifel die
Sprache ihrer Eltern niemals gelernt hätten. Unter deutschen
Kirchenschulen versteht man konfessionelle Schulen, welche theils