Full text : Die Deutschen im Auslande

wärtig  ber  Strom  ber  Auswanderer  weniger  aus  ben  großen
Inbustriebezirken  des  Westens,  als  aus  ben  vorwiegenb  Ackerbau
treibenben  östlichen  Provinzen.  Die  Mehrzahl  ber  Ausmanderer
  ferner  gehört  keineswegs  bem  Staube  ber  Besitzlosen  an;
es  stub  im  Gegentheil  meistens  Lente  mit  einigem  Vermögen,
welche  jenseits  bes  Weltmeeres  sich  ein  neues  unb  vermeintlich
besseres  Heim  zu  erringen  suchen.  Daburch.  baß  bic  Auswanberer
  im  Allgemeinen  bem  Staube  ber  Lanbarbeiter  unb  Bauern ­
  angehören,  wirb  nicht  allein  bie  ohnehin  schon  Noth  leibenbe
  Lanbwirthschaft  noch  mehr  geschäbigt,  es  wirb  auch  bie
Kriegsmacht  bes  Staates  baburch  geschwächt,  benn  bie  ländlichen
Arbeiter  überragen  im  Durchschnitt  bie  stübtischen  an  körperlicher ­
  Kraft  unb  Ausbaner.  Dazu  kommt  noch,  baß  bie  Auswanberer
  aus  ben  östlichen  Provinzen  wohl  vorwiegenb  bem
besseren  Kern  ber  bortigen  Bevölkerung  angehören,  bemjenigen
Theil  berselben,  welcher  beutscher  Abkunft  ist;  benn  ber  Trieb
in  bie  Ferne,  um  sich  ein  neues,  unabhängiges  Heim  zu  gründen, ­
  ist  ein  echt  germanisches  Erbtheil.
Betrachten  mir  nunmehr  ben  zweiten  Punkt  ber  oben  aufgeworfenen ­
  Frage,  also  bie  Frage:  In  welche  Gegenben  sinb
bie  Ausmanberer  zu  leiten,  um  in  nationaler  unb  wirthschaftlicher
  Beziehung  bem  Vaterlanbe  möglichst  erhalten  zu  bleiben  '?
Die  Antwort  ist  offenbar  bie  folgenbe:  In  solche  Gegenben,
in  welchen  ber  Einzelne  sämmtliche  Bebingungen  für  gebeihlicheS
Fortkommen  vorfinbet  unb  in  welchen  bie  Gefahr  bes  Untergangs ­
  in  frembe  Nationalitäten  möglichst  gering  ist,  insbesonbere
  also  bahin,  wo  bereits  Lanbsleute  in  größerer  Zahl  ansässig ­
  sinb.  Leiber  befinbet  sich  auch  in  bieser  Beziehung  bie
deutsche  Ausmanberung  auf  falschen  Bahnen;  die  weit  überwiegende ­
  Mehrzahl  ber  Auswanderer  wendet  sich  noch  immer  den
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.