Full text : Die Deutschen im Auslande

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lich  zu  denken.  Es  ist  denkbar,  daß  dereinst  nicht  allein  der
Staat,  sondern  auch  kleinere,  ihm  untergeordnete  Gemeinwesen,
wie  Provinzen,  Kreise,  Ortsgemeinden,  dem  Auswanderungswesen ­
  ihre  Fürsorge  werden  angedeihen  lassen;  vielleicht  ließe  sich
dasselbe  organisch  mit  der  Armenpflege  verbinden.  So  wie
augenblicklich  die  Sachen  in  Deutschland  liegen,  ist  eine  einigermaßen ­
  den  nationalen  Wünschen  entsprechende  Lenkung  des
Auswandererstromes  nur  von  privater  Thätigkeit  zu  erwarten.
Vor  allen  Dingen  kommt  eine  in  jeder  Beziehung  nutzbringende ­
  Vereinigung  zwischen  Kapital  und  Arbeitskraft  zum
Zwecke  der  Urbarmachung  und  Besiedelung  unbebauter  Ländereien ­
  der  Regelung  des  Auswanderungswesens  in  nationalem
Sinne  zu  Gute.  Durch  eine  solche  Verbindung  zwischen  Kapital ­
  und  Arbeit  wird  es  auch  dem  Besitzlosen  ermöglicht,  sein
Loos  durch  die  Auswanderung  zu  verbessern.  In  geeigneter
Gegend  angesiedelt,  wird  er  bald  im  Stande  sein,  die  ihm  vorgeschossenen ­
  Werthe  an  Land  und  Geräthschaften,  sowie  die
Reisekosten  dem  Kapitalisten  mit  Zinsen  zurückzuzahlen,  so  daß
beide  Theile  dabei  gut  ihre  Rechnung  finden.  Da  nur  in  wenig ­
  bewohnten  Ländern  der  Boden  so  billig  ist,  daß  sich  eine
derartige  Kapitalanlage  lohnt,  so  wird  durch  eine  solche  die
Auswanderung  in  Gegenden  gelenkt,  deren  Bevölkerungsverhältnifle
  die  Möglichkeit  der  Entstehung  größerer  deutscher  Gemeinwesen ­
  nicht  ausschließen.  Der  Kapitalist  hat  selbstverständlich ­
  das  größte  Interesse  an  dem  guten  Fortkommen  des  Ansiedlers. ­
  daher  wird  er  nicht  Gebiete  wählen,  in  denen  dieses
in  Frage  gestellt  ist;  die  Auswanderung  wird  auf  solche  Weise
naturgemäß  mehr  und  mehr  von  den  Vereinigten  Staaten  abgelenkt ­
  werden.  Ist  der  Kapitalist  zugleich  Industrieller,  so  erheischt ­
  sein  persönlicher  Vortheil  die  Wahl  solcher  Gegenden
            
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