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der Zeit, wo die Gallier die fränkische Herrschaft abschüttelten,
datirt der Verfall Frankreichs, wenngleich der gewaltige Italie
ner Napoleon Bonaparte die Welt eine knrze Zeit darüber
hinwegzutäuschen vermochte In Italien erhoben sich im Mil-
telalter allein die norditalischen Städte, deren Bewohnern nach
weisbar ein starker Prozentsatz deutschen Blutes beigemischt war,
insbesondere die lombardischen Städte und Venedig, zu einer
Achtung gebietenden Macht. Die alten italienischen Maler ver
sahen ihre Heiligen stets mit blauen Augen und blondem Haar,
da diese aus deutsche Abkunft deutenden körperlichen Eigenschaf
ten damals als Zeichen oer Vornehmheit und des r'dels ange
sehen wurden. In England wurde das Keltenthum durch die
von Norddeutschland herübergekommcncn deutschen Stämme der
Sachsen und Angeln gänzlich verdrängt, und bis zum heutigen
Tage hat in Großbritannien die angelsächsische Rasse die Ober-
Hand. Was wäre Rußland, ohne seine zahlreichen Generale,
Staatsmänner und Gelehrten deutscher Abkunft? Nichts als
eine barbarische, asiatische Despotie. Sämmtliche ungarische
Städte wurden von deutschen Bürgern besiedelt, und die vor
nehmsten ungarischen Magnaten-Geschlechter, wie die Paz mann.
Forgach, Batthyanyi, Sztaray, Palffy und andere,
stammen von deutschen Edelleuten ab. welche von den Königen
Geisa und Stefan I. zur Ansiedelung bewogen wurden.
Trotzalledem dürfen wir uns der betrübenden Erkenntniß
nicht verschließen, daß unter uns Deutschen der Nationalstolz
bei Weitem nicht auf derjenigen Höhe steht, auf welcher er ste
hen könnte und stehen müßte; in breiten Schichten unseres Vol
kes, insbesondere beim weiblichen Geschlechte, ist leider kaum
eine Spur von ihm vorhanden. Das trat mit erschrecklicher
Deutlichkeit zu Tage während der traurigen Ereignisse des