Full text : Die Deutschen im Auslande

188

der  Zeit,  wo  die  Gallier  die  fränkische  Herrschaft  abschüttelten,
datirt  der  Verfall  Frankreichs,  wenngleich  der  gewaltige  Italiener ­
  Napoleon  Bonaparte  die  Welt  eine  knrze  Zeit  darüber
hinwegzutäuschen  vermochte  In  Italien  erhoben  sich  im  Miltelalter
  allein  die  norditalischen  Städte,  deren  Bewohnern  nachweisbar ­
  ein  starker  Prozentsatz  deutschen  Blutes  beigemischt  war,
insbesondere  die  lombardischen  Städte  und  Venedig,  zu  einer
Achtung  gebietenden  Macht.  Die  alten  italienischen  Maler  versahen ­
  ihre  Heiligen  stets  mit  blauen  Augen  und  blondem  Haar,
da  diese  aus  deutsche  Abkunft  deutenden  körperlichen  Eigenschaften ­
  damals  als  Zeichen  oer  Vornehmheit  und  des  r'dels  angesehen ­
  wurden.  In  England  wurde  das  Keltenthum  durch  die
von  Norddeutschland  herübergekommcncn  deutschen  Stämme  der
Sachsen  und  Angeln  gänzlich  verdrängt,  und  bis  zum  heutigen
Tage  hat  in  Großbritannien  die  angelsächsische  Rasse  die  Ober-Hand.
  Was  wäre  Rußland,  ohne  seine  zahlreichen  Generale,
Staatsmänner  und  Gelehrten  deutscher  Abkunft?  Nichts  als
eine  barbarische,  asiatische  Despotie.  Sämmtliche  ungarische
Städte  wurden  von  deutschen  Bürgern  besiedelt,  und  die  vornehmsten ­
  ungarischen  Magnaten-Geschlechter,  wie  die  Paz  mann.
Forgach,  Batthyanyi,  Sztaray,  Palffy  und  andere,
stammen  von  deutschen  Edelleuten  ab.  welche  von  den  Königen
Geisa  und  Stefan  I.  zur  Ansiedelung  bewogen  wurden.
Trotzalledem  dürfen  wir  uns  der  betrübenden  Erkenntniß
nicht  verschließen,  daß  unter  uns  Deutschen  der  Nationalstolz
bei  Weitem  nicht  auf  derjenigen  Höhe  steht,  auf  welcher  er  stehen ­
  könnte  und  stehen  müßte;  in  breiten  Schichten  unseres  Volkes, ­
  insbesondere  beim  weiblichen  Geschlechte,  ist  leider  kaum
eine  Spur  von  ihm  vorhanden.  Das  trat  mit  erschrecklicher
Deutlichkeit  zu  Tage  während  der  traurigen  Ereignisse  des
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.