Deutschen fast einzig die größeren Städte zu einem in der Regel
nur zeitweiligen Aufenthalt erkoren haben, leben sie im Osten
außerdem in zahlreichen festen Ansiedelungen, welche oft ein
ausgedehntes Gebiet umfassen, zerstreut. Solche deutsche An»
siedelungen finden sich im ganzen Osten Europas, sie reichen
einerseits bis an den Ural, andererseits bis an die Ufer des
Schwarzen Meeres, ja jenseits des Kaukasusgebirges bis in
Asien hinein setzen sie sich fort.
Da es unsere Aufgabe ist, die Ausbreitung der deutschen
Nation über ihre ursprünglichen Grenzen und ihr dadurch be
dingtes Ringen mit fremden Völkerschaften zu schildern, so
können wir bei Betrachtung der verschiedenen, uns interessiren-
den Staatengebilde Europas von dem Deutschen Reiche,
welches so gut wie vollständig innerhalb dieser ursprünglichen
Grenzen fällt, gänzlich abgesehen. Die zusammen ungefähr
3 206 000 Seelen ausmachenden Polen, Tschechen, Lit-
thauer, Wenden, Dänen, Franzosen und Wallonen
kommen den 47 Millionen Bewohnern des Deutschen Reiches
gegenüber um so weniger in Betracht, als sie in absehbarer
Zeit der Germanisirung anheimzufallen scheinen. Zu den ge
nannten fremden Völkerschaften kommen nur noch ungefähr
600 000 über das ganze Reich verstreute Juden, Angehörige
des semitischen Stammes. Von größter Wichtigkeit dagegen
sind für unseren Zweck diejenigen Staaten, deren Grenzen nur
einen Theil jener von uns als Ausgangsgebiet des Deutsch-
thums bezeichneten Landfläche einschließen. Dahin gehört na-
mentlich die O e st e r r e i ch i s ch - U n g a r i s ch e Monarchie,
wo der Kampf zwischen dem Deutschthum und seinem gefähr
lichsten Gegner, dem Slaventhum, am heftigsten tobt;
ferner gehören dahin die beiden kleinen Staatswesen: Schweiz