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der Drau von ihrem Zusammenfluß mit der Gail stromabwärts;
jedoch schiebt sich bei Völkermarkt ein slowenischer Keil
in das deutsche Gebiet hinein.
Krain. In K r a i n bilden die Slowenen den Deut
schen gegenüber bei Weitem die Mehrzahl; man zählt neben
447,366 Slowenen nur 29,392 Deutsche, also nur 6,1 Prozent.
Zwischen 25,060 und 26,000 unserer Stammesgenoffen wohnen
allein in dem etwa 15 Quadratmeilen fassenden rein deutschen
Herzogthum Gottschee im Süden des Landes. Sonst
findet man Deutsche fast einzig in den Städten, wie Laibach,
Rudolfswerth, Adelsberg. Krainburg u. s. w. Auch die Groß
grundbesitzer sind zum größten Theile Deutsche und gut national
gesinnt. Tie Deutschen Krains befinden sich in einer an Böh
men erinnernden höchst bedrängten Lage. Tie Schikanen und
Kränkungen, welche ihnen seitens der die Uebermacht besitzenden
Slaven fortwährend zugefügt werden, bleiben meist ungeahndet.
Der derzeitige Landespräsident selbst ist trotz seines deutsch
klingenden Namens ein äußerst eifriger Förderer des Slaven-
thums.
Tirol. In Tirol zählt man 432.062 D e u t s che und
360,975 Italiener; das Deutschthum macht also uur 54,5
Prozent der Bevölkerung aus. Abgesehen von einzelnen Sprach-
inseln, die selbst bis nach Italien hinüberreichen, hat sich die
deutsche Bevölkerung in der Richtung nach Süden am weitesten
das Etschthal entlang vorgeschoben, wo sich das deutsche wie
ein Keil in das welsche oder richtiger vcrwelschte Gebiet hinein
drängt. Leider ist in Tirol, wie säst überall in Oesterreich,
das Deutschthum in offenbarem Rückschritte begriffen; jedoch
datirt hier dieser Riickschritt nicht, wie es anderwärts der Fall
ist, wenige Jahre oder Jahrzehnte, sondern Jahrhunderte zurück: