Full text : Schutz dem Arbeiter!

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„Daß  in  Spinnereien,  die  vermöge  vieler  Ueberzeitbewilligungen  und  der  Ausnutzung
^bewilligten  Putzhalbstunde  durchschnittlich  12  Stunden  arbeiten,  im  Verhältniß
'ņ^hr  verdient  werde,  als  bei  stets  11  Stunden  arbeitenden  Geschäften,  konnte  ich  nicht
Ņausfinden  und  erhielt  auch  von  Fachkennern  neue  Belege  für  die  gegentheiligc  Annahme."
pro  1884/85  6.  5.)
Was  speciell  die  „Wirkungen  des  eidgenössischen  Fabrikgesetzes  auf
ìb  schweizer  Baumwollspinnerei  und  ihre  Arbeiter"  anbelangt,  so
Ģ  von  großem  Interesse,  was  ein  Fachmann,  Spinnerei-Director
Locher,  in  einem  in  der  Zeitschrift  für  schweizer  Statistik  veröffent-"chten
  Vortrage  (oft.  „Das  deutsche  Wottengewerbe"  Nr.  41,  Jahra.  1888)
Director  Blo  cher  legt  zunächst  dar,  wie  vor  etwa  20—30  Jahren
vl  der  Schweiz  es  Regel  war,  in  der  Spinnerei  in  zwei  Schichten  zu
Zeiten,  welche  sich  entweder  Morgens  oder  Abends,  oder  am  Mittag
o^er  Mitternachts  ablösten,  so  daß  die  tägliche  Arbeitsdauer  sich  auf
0  Stunden  stellte;  wie  man  dann,  nach  dem  Vorgänge  von  England,
"ìņ  vielen  Geschäften  gern  auf  den  Vortheil  der  langen  Arbeitstier ­
  zu  Gunsten  besserer  Arbeit  und  größerer  Schonung  der  Arbiter ­
  und  Maschinen  verzichtete  und  sich  mit  einer  13  oder  12  stünîgen
  Tagesarbeit  begnügte,"  bis  endlich  durch  Bundesgesetz  die  Arbeitsäbit
  noch  weiter  sauf  11  Stunden)  herabgesetzt  wurde.  Die  Spinner
'  Eteri  nun  eine  Verminderung  der  Production  entsprechend  der  Veränderung ­
  der  Arbeitszeit  in  Aussicht.  Thatsächlich  stellten  sich  die
bchältnisse  anders.
£ .  „Bei  der  kürzern  Arbeitszeit/  so  bemerkt  Director  Blocher,  „tritt  unwillkürlich
schneidigere  Aufsicht  ein,  welche  mit  der  Zeit  so  haushälterisch  als  möglich  umgeht  und
e  uuproductiven  Arbeiten,  wie  Schmieren,  Putzen,  Repariren,  so  rasch  als  immer  möglich
^  )'t>igt.  Diejenigen  Arbeiter,  welche  im  Accord  arbeiten,  suchen  woinöglich  das  gleiche
"tsquantum  zu  erreichen  wie  früher.  In  allen  Fällen,  wo  wenig  Arbeit  im  Spiel  ist,
¡J  Maschine  wenig  Bedienung  erheischt,  wird  ihnen  dies  trotz  allen  Fleißes  nicht  gebe
  J ett ¡  wo  aber  die  Art  der  Arbeit  von  der  Hand  des  Arbeiters  eine  größere  Leistung
icit  n9t '  ba  iaim  untcr  Umstanden  die  Verkürzung  der  Zeit  durch  Fleiß  und  Geschicklichausgeglichen
  werden.  Beispielsweise  findet  der  erstere  Fall  statt  bei  der  Feinspinnerei,
à.hìe  Vorspinnmaschine  und  die  Spinnstühlc  der  feinen  Garnnummer  wegen  verhültniß->velck
  wenig  Zeit  erfordern  zum  Abnehmen  der  Spulen,  beziehungsweise  der  Cops,
8r  f/ e  Ņàit  ein  Abstellen  der  Maschinen  erfordert,  während  umgekehrt  beim  Spinnen  von
ft 0  cn  Nummern  das  Abnehmen  sich  so  häufig  wiederholt,  daß  bei  zweckmäßiger  Ver-1
  Un Ö  der  Arbeit,  bei  größerm  Fleiß  und  Behendigkeit  der  Arbeiter  viel  Zeit  gewonnen
kann,  welche  sonst  für  die  Production  verloren  geht."
r.  Diese  Verhältnisse  zusammengenommen  bewirken,  daß  unter  Um-^?ņden
  durch  Reduction  der  Arbeitsdauer  von  12  auf  11  Stunden  keine
o Er  vur  eine  ganz  unbedeutende  Verminderung  des  Produktes  entsteht.
ZŞ  Ņbranschaulichung  dieser  Thatsache  hat  Blocher  die  Verhältnißen ­
  der  jährlichen  Production  einer  Grob  spin  nere  i  während  einer
            
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