Full text : Schutz dem Arbeiter!

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flöhen.  .  .  .  Beim  Eintritt  in  das  Haus  des  Arbeiters,  der  seinen  Sabbat  hält  und  die
Kirche  besucht,  gewahren  wir  einen  merklichen  Unterschied  zwischen  seinem  und  dein
Hause  dessen,  der  die  geheiligten  Forderungen  dieses  Tages  nicht  beachtet;  in  dem  H""î £
des  Erstern  bemerken  wir  gewöhnlich  eine  ordentliche,  obwohl  höchst  einfache  Einrichtung
Nahrung  und  Kleidung,  Reinlichkeit  und  Behaglichkeit.  Alles  deutet  auf  einigen  Sinn  M
das  Schickliche  und  Erheiternde  einer  gebildetern  Lebensweise  hin.  Im  Hause  des  Letztes
drängen  sich  Schmutz  und  Armseligkeit  vor  allem  andern  auf.  Das  Aussehen  des  Haust'
und  seiner  Bewohner  sagt  uns  in  unzweideutiger  Sprache,  wie  es  um  den  Arbeiterstau
bestellt  sein  würde,  wenn  dieser  Segenstag  mit  all  seinen  erhebenden  und  läuternden  EW'
flüssen  bei  Seite  gesetzt  würde.  Für  die  Wahrheit  des  Gesagten  ließe  sich  eine  Fülle  vo»
Beweisen  beibringen.  Und  wie  steht  es  um  die  Kinder  solcher  Eltern?  Wachsen  i' c
nicht  in  Unwissenheit  und  Laster  auf.  wofern  nicht  erleuchtete  Seelen  sie  zum  Sonntags
unterrichte  von  der  Straße  zusammenraffen?  (Die  Perle  der  Tage.  Bon  einer  Arbeiter
tochter.  Deutsch  von  Rütges;  Emmerich,  I.  L.  Romen.  1850.)
In  gleichem  Sinne  spricht  sich  eine  Adresse  von  mehr  als  100,OOO
französischen  Frauen  aus,  welche  dieselben  anfangs  der  siebenzig^
Jahre  an  die  französische  National-Versammlung  gerichtet  haben:
Deputirte!  Die  Sonntagsarbeit  zerrüttet  in  Frankreich  immer  mehr  die  Bande  der
Familie.  Die  einzigen  Stunden  in  der  Woche,  wo  die  Hausfrau  den  Vater  und  ^
Kinder  um  sich  versammelt  sehen  könnte,  werden  für  die  Arbeit  verwendet.  Der  Festtüll
der  Familie  ist  dadurch  abgeschafft.  Der  Arbeiter  kennt  kaum  noch  seine  Family
die  natürliche  Anhänglichkeit  schwindet,  die  gemeinsamen  Freuden  gehen  verloren,  nur
Lasten  der  Hausfrau  bleiben  und  werden  unerträglich,  weil  der  Vater  den  häuslichen
nicht  mehr  kennt  und  dem  Weibe  die  Sorgen  allein  überläßt  Die  Kinder,  da  r
am  Sonntag  die  Schule  nicht  besuchen,  sind  ohne  Aufsicht  und  allen  Gefahren  ausgesth  '
es  mangelt  ihnen  gänzlich  der  heilsame  Einfluß  des  Familienlebens  und  da  sic  oft  M  ;
in  ihren  jungen  Jahren  am  Sonntag  arbeiten  müssen,  so  entbehren  sic  gänzlich  des  re  '
giösen  und  sittlichen  Unterrichts.  .  .  .  Unter  solchen  Umstünden  wird  der  eheliche  Sta»
für  die  arbeitende  Klasse  mehr  und  mehr  eine  Last.  Deshalb  kommen  die  FamilienmiM^
die  Wüchterinnen  des  häuslichen  Herdes,  die  christlichen  Frauen  jeden  Standes,  um  I,£
Ihnen  mit  aller  Energie  gegen  solche  Zustände  zu  reclamiren.  Sie  fordern  den  Sonntag
den.  unsere  Väter  hatten,  den  Tag,  der  bei  allen  Nationen  das  Familienleben  schützt/
Die  geistige  und  sittliche  Verarmung  eines  Menschen,  der
tagtäglich,  ohne  Unterbrechung,  im  Joch  der  Arbeit  marschirt,  schildek
ein  Unterbeamter  der  belgischen  Post  in  einer  Zuschrift  an  den  Vorstall
der  katholischen  Arbeitervereine  Belgiens:
Wir,  die  wir  keinen  Sonntag  haben,  wissen  kaum  noch,  ob  eine  Sonne  am  Firmam^
steht;  die  Wochentage  sind  uns  reine  Daten,  der  Sonntag  ein  Datum,  wie  jedes  ander^
Wir  legen  uns  Abends  uni  10  nieder,  um  unsere  alten  und  neuen  Instructionen  3
überdenken,  und  stehen  um  5  Uhr  morgens  auf;  vom  Bureau  wandern  wir  in's
vom  Bett  in's  Bureau.  Der  Umkreis  unseres  Horizontes  mißt  einige  Meter;
Sphäre  unseres  geistigen  Lebens  nicht  dieselben  Verhältnisse  annehmen?  Unsere  ^
ist  nichts  weiter,  als  eine  Vorbereitung  auf  den  Kampf  des  morgigen  Tages;  wir  zşş^
uns  am  Abend  zurück,  wie  man  etwa  eine  abgebrauchte  Locomotive  in  den  Schupp
schiebt.  Wo  bleibt  da  die  Zeit  für  das  Familienleben,  für  das  Lächeln  in  der  Wiege,
die  persönlichen  Angelegenheiten?  Thierisches  Leben,  das  den  Familienvater  zum  FremdU"
im  eigenen  Hause  macht!  Wohl  kommt  es  vor,  daß  die  Seele  im  Grimme  erwacht,  ^

muß  "
Nachtrşş
            
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