Full text : Schutz dem Arbeiter!

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'»an  murrt  und  flucht,  aber  das  Brod  des  morgigen  Tages  lehrt  den  Hals  geduldig
^ugen  unter  das  neue  Joch.  (Zirvas,  Sonntagsruhe.  Würzburg.  1873,  S.  23.)
Ein  begeisterter  Vertheidiger  der  Sonntagsruhe  ist  Proudhon
la  célébration  du  dimanche  considérée  sous  les  rapports  de
l’hygiène  publique,  de  la  morale,  des  relations  de  famille  et  de  cité).
Dr.  Lieber  citirte  in  der  Reichstagssitzung  vom  9.  Mai  1885
folgende  „denkwürdige  Worte"  Proudhon’s:
Die  Feier  des  Ruhe-  und  öffentlichen  Gebcttages  dient  feit  mehr  als  dreitausend
^»hrcn  zum  Grundpfeiler  und  Mittelpunkt  eines  politisch-religiösen  Systems,  dessen  Tiefe
»nd  Weisheit  die  Welt  nicht  zu  bewundern  aufhört;  sie  ist  außerdem  ein  Civilisations-"üttel
  der  Art,  das;  ich  zu  behaupten  wage,  mit  der  Ehrfurcht  vor  dem  Sonntage  ist  in
® er  Seele  unserer  Versmacher  der  letzte  Funken  des  poetischen  Feuers  erloschen;  denn
Religion  keine  Poesie.
Als  Macaulay  im  October  1853  zu  Gunsten  der  zehnstündigen
Arbeitszeit  in  Fabriken  sprach,  zog  er,  um  die  gesetzliche  Regelung
dieser  Frage  zu  empfehlen,  in  sehr  wirksamer  Weise  die  Folgen  heran,
welche  die  zweihundertjährige  Beobachtung  der  Sonntagsruhe  für  Englc>nd
  gehabt:
Der  Mensch,  der  Mensch  ist  das  große  Werkzeug,  das  Reichthum  hervorgingt. ­
  Der  natürliche  Unterschied  zwischen  Campanie»  und  Spitzbergen  ist  geringfügig
"»  Vergleich  zu  dem  Unterschied  zwischen  einem  von  körperlich  und  geistig  kräftigen  Menschen
lohnten  Lande  und  einem  solchen,  dessen  Einwohner  in  körperlichem  und  geistigem  Verfall
griffen  sind.  Daher  sind  wir  nicht  ärmer,  sondern  reicher,  weil  wir  seit
gclen  Generationen  uns  an  je  einem  von  sieben  Tagen  von  unserer
Arbeit  ausgeruht  haben.  Der  Tag  ist  nicht  verloren.  Während  der  Gewerbşşb's;
  stockt,  während  der  Pflug  in  der  Furche  liegt,  während  die  Börse  schweigt,  während  kein
l»uch  von  der  Fabrik  aufsteigt,  findet  ein  Vorgang  statt,  der  für  die  Wohlfahrt  der
Mker  ganz  eben  so  wichtig  ist  wie  nur  irgend  einer,  der  sich  an  ihren  geschäftigsten
Arbeitstagen  vollzieht.  Der  Mensch,  die  Maschine  aller  Maschinen,  die  Maschine  mit
sicher  verglichen  alle  Erfindungen  der  Watts  und  Arkwrights  wcrthlos  sind,  wird  an
b'n  Tage  ausgebessert  und  wieder  aufgezogen,  so  daß  er  am  Montag  mit
ļarerm  Verstände,  mit  frischerm  Muthe,  mit  erneuerter  Körperkraft  an
bine  Arbeit  zurückkehrt.  Nimmer  werde  ich  glauben,daß  das,  was  eine  Bevölkerung
'^rker,  gesunder,  weiser,  besser  macht,  sie  schließlich  ärmer  machen  könnte.
Der  Sonntag  ist  endlich  der  „Tag  des  Herrn",  der  Tag  relicloser
  Erhebung  und  Weihe.  Die  katholifche  Kirche  betrachtet  die  Heiìgung
  der  Sonn-  und  Festtage  als  strenge  Pflicht,  hat  den  Besuch  des
Gottesdienstes  —  der  h.  Messe  —  ausdrücklich  geboten.  Die  officielle
Vertretung  der  evangelischen  Landeskirche  in  Preußen,  die  Generalidade, ­
  hat  ihrer  Stellung  zu  der  Frage  der  Sonntagsruhe  1885  noch
^  şolgender  einstimmig  gefaßten  Resolution  Ausdruck  gegeben:
Hochwürdige  Gcneralsynode  wolle
I-  in  voller  und  dankbarer  Würdigung  derjenigen  Maßnahmen,  die  auf  mehrern  Ge-.^teu
  ber  Verwaltung  im  Interesse  der  Sonntagsruhe  theils  schon  getroffen,  theils  noch
^  Vorbereitung  begriffen  sind,  anderseits  in  der  Gewißheit,  daß  das  göttlich  g  eh  eiì^îe
  Recht  auf  Sonntagsruhe  nicht  von  der  Zustimmung  der  öffentlichen
            
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