Object: Geburtenrückgang u. Sozialreform

Hibe, Gedurtenrlücgang und Soziahreform 
zicht mehr davon. € find ganz neue MenfhHeugeworden, die [ich 
jJouden Gebredgen der Zivilifativou freigemadqt haben, Ui 
nie e8 ihnen {(Hmect, und we fıe es gar nicht mehr verjtehen, daß die Fran fo ver- 
ärtelnd mit den Jungen umgeht. ES ijt’gut, daß er die Kinder mal wieder unter feine 
»rziehlidhe Hand nimmt — fie merden bald dankbar den neuen Rezepten der Hhgiene 
‘olgen. 
Mehr Einfachheit uud Deftigkeit, weniger Aufprüche und Beräußer- 
ichung: das follte der dauernde Gewinn der Harten Kriegszeit bilden. 
Zie hat uns manche Entfagung, mande Opfer auferlegt, aber zu gutem: 
Teil waren e8 auch eingebildete Bedürfnifje, Gewohnheiten und Anfprüche, 
Sie unfere Väter nicht kannten, ohne deshalb unglüclid) zu jein. Wir Haben 
ie bereitwillig auf un3 genommen in der Liebe und Sorge für unfer 
Baterland. Und nun, die Opfer und Eutfagungen, die die Eltern auf fich 
nehmen, werden nicht minder der nationalen Zukunft gebracht, wie fie 
eibt und lebt, mächit und blüht in ihrer Leihesfrucht, den Kindern! 
OMehHralsderStandgiltdie Perfon, die Leitung 
ın lautet die gewaltige eindringlidhe Sprache des Krieges. Nicht die Geburt, 
zicht das Geld, nicht das beftandene Eramen — Veritand und Gedächtnis — 
jeftinnien den Wert des MenjhHen, fondern die Tat, der Charakter, die 
üttliche Kraft. Aucd unfjere gemeinen Soldaten, unjere Heinen Beamten, 
Bauernjöhne, Handwerker und Arbeiter Haben in Heldenmut, Hingabe, 
Treue, Kameradijchaftlichkeit und Opferfinn mit den Beften unjeres Volkes 
gewetteifert und die Bewunderung der Welt auf jich gezogen. Charakter- 
tärfe, Gemütstiefe und Seelengröße jind richt der Anteil oder das Vor- 
cecht einer Kafte oder Klaije, fondern fie leben auch in uifern breitern VBolls- 
‘Oichten. Alfomwegmitallem Standesdünfkel, mitaller 
Sctoßmannsfucdht! Weg auch mit den: Streben, die Kinder um jeden 
Preis über feinen Stand hHinanszuhHeben. Jeder Stand hat feine Chre, 
in jedem Stande kann man dem Naterlande dienen, Kann man edel, alüdlich 
und zufrieden fein. 
Die Eltern follen fih nicht einbilden, daß alle iYre Kinder Genies feien und 
unt jeden Preis „ftudieren“ müffen. Die einfeitige Schägung akademifdher Berufe 
ft Einbildung. Der Gerichsfekretär. führt mandmal ein zufriedeneres Leben als fein 
Arktsrichter. Umgekehrt [oll der afademi[d SGebildete, der „Kaufmann“, der Großbauer 
richt aus der Zaffung kommen, wenn einer feiner Söhne ein tüchtiger Handwerker 
vird oder eine feiner Töchter einem Voltsfhullehrer die Hand reicht. Vielleicht befucht 
er biefe Fanıilie fpäter mit mehr Genugiuung und Freude als die feines zu Hohen 
Stellungen vorgerücten Lieblingsfohnes. Auch der Fabrikarbeiterftand fteht Heute 
x Ehren und hat fein wirt[haftliches Auskommen, er lebt oft glüdlicher und fjorgenlofer 
115 fein Arbeitgeber, Was insbefondere den Bauernftanud betrifft, fo gibt [don die renge 
Sitte und Erziehung auf dem Bauernhof den Kindern eine folde pYYKiIHe und fittliche 
Ausrüftung fürs Leben, daß fie ihren Weg fchon finden werden. Dabei muß allerdings 
‚erlangt werden, daß die WirtfhHafts und Lebensführung auf dem 
Bauernhof nicht etwa nad) dem Makitab des Kapitalwertes des Gutes, fondern fo 
sinaerichtet mird. dak auch die nachgeborenen Söhne und Töchter wenigiltens 
MM
	        
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