Full text : Schutz dem Arbeiter!

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12.  Jahre  (täglich  12  Stunden),  vielfach  sogar  vom  10.  Jahre  ab  (täglich ­
  6  Stunden)  zur  Beschäftigung  zu,  zeichnet  sich  aber  durch  eingehende
Bestimmungen  bezüglich  der  gesundheitsschädlichen  Jndustrieen
und  Arbeiten  aus.  In  letzterer  Beziehung  hat  uns  sogar  Rußland  und
Italien  durch  sein  neuestes  Gesetz  überholt.
9#  ben  8e##n  beg  Beulten  #(#10863  (1887)  ¡oHen  born
1.  April  1890  ab  nur  „Kinder,  welche  das  13.  Lebensjahr
vollendet  und  ihrer  l  an  d  e  s  g  e  s  etz  l  i  eh  en  Schulpflicht  genügt
haben",  zur  Fabrikarbeit  zugelassen  werden.  Kinder,  welche  13  Jahre
alt  und  aus  der  Schule  entlassen  sind,  würden  also  bis  zur  Vollendung
des  14.  Lebensjahres  nach  wie  vor  6  Stunden  täglich  beschäftigt  werden ­
  können.  So  weit,  wie  Oesterreich  und  die  Schweiz,  wollte  der
Reichstag  nicht  gehen,  da  in  einzelnen  deutschen  Landestheilen  (in  Baiern,
@o#n  2C.)  bie  Moß  bi3  aum  13.  Sebengjabre  re^.  acht
Saßre  bauert  mtb  man  bie  ber  ©cßule  entiaßenen  Silber  nicßt  ben  ®efaßten
  be3  %Rüßiggange3  unb  ber  Gtraßc  aubeimfailen  laßen  mudte.
3n  ber  %ßat  bericßten  ^DmDßí  bie  mie  bie  i#eiaer  gabrdj
Inspektoren  über  schlimme  Erfahrungen  bezüglich  der  Begrenzung  des
SBerMeg  ber  gabrifbe#ítigung  (bi3  aur  8oHenbung  be3  14.  SebeuS*
jahres)  ohne  Rück  sicht  auf  die  Schulpflicht  Um  den  Industriellen
und  den  Eltern  den  Uebergang  zu  erleichtern,  sollte  das  Verbot  der  Beschäftigung ­
  schulpflichtiger  Kinder  erst  nach  drei  Jahren  tn  Kraft  treien,
  augi#  in  ber  Erwägung,  baß  tanni  ein  fabricant  meßr  aur
schäftigung  von  Kindern  übergehen,  eine  Fabrikschule  einrichten  würde,
wenn  beruhe  ficßet  müßte,  baß  bießdbe  ^ei  Wren  mieber  mge'
geben  merben  mäße.  -  ^erner  beicßWß  ber  %eicß3tag,  baß  an  8oiab
  enden  vor  Sonn-  und  Feiertagen  Kinder  (und  Ar  ber  te  rennen)
bi)#en3  bi3  6  üßr  be^aftigt  merben  bnrfen,  unb  baß  ^inber  mte
Arbeiterinnen  nidjt  unter  %ag  (b.  ß.  unter  ber  We)  nrbeiteu  burlen.
2eMere3  iß  amar  burd)  ianbe3geßWid)e  %eßumnnngen  (a_  8-  m  ^"^n
bnrcß  9^inißeria^8erorbnnng  born  12.  Suni  1854)  rnoßt  abcrad  #0
Rechtens,  aber  in  der  Gewerbe-Ordnung  war  brsher  wohl  die  ^eichaftigung
  von  Arbeiterinnen  unter  Tag  verboten,  nicht  aber  bie  von
Bur^enrtßeiiung  ber  praftiicßen  Wgmcite  be3  8erbot3  ber  8e'
icbaitigung  icbuipßicßtiger  ßinber  in  ben  ßabriten  )ei  angefnßrt,  baß  im
Sabre  1888  in  SDeuticbíanb  22913  ^nber  unter  14  Saßren  in  S'O'
brisen  belästigt  mürben.  @d)on  bei  ber  Beratung  ber  ®emerbc
^ene  im  Sabre  1878  gab  Geßeimiatß  Sob  mann  JR#§ta6e
ber  Mnung  9íu3brnd,  „baß  bie  natüriieße  @ntmideïung  ber  8erßait'
nisse  über  kurz  oder  lang  dahin  führen  würde,  die  Krnder  unter  vierzehn
            
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