Full text: Schutz dem Arbeiter!

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vorkommenden kleinern Pausen)." Es klingt fast wie Hohn, wenn derselbe 
Bericht beifügt: „Mit Ausnahme des Reinigens der Bureau-Räume 
finden sämmtliche Arbeiten in freier Luft oder in gut ventilirten 
Räumen, in welchen auch der Sommer- und Winter-Temp e- 
ratur Rechnung getragen wird (?!), statt." Allerdings an „Ventilation" 
wird's nicht fehlen — in Wind und Wetter, bei Nässe, Hitze und Kälte! 
In ähnlicher Weise wurden beschäftigt beim Zink- und Blei-Berg 
bau: 2684 Arbeiterinnen (davon im Aufwinden der Fördergefäße am 
Haspel, Ausstürzen resp. Fortkarren der Erze: 410; bei der Eisenför 
derung : 1510; beim Hochofenbetrieb: 624; bei der Eisen- und Stahl- 
Fabrication: 1116; beim Zinkhüttenbetrieb: 1527 Arbeiterinnen. Und 
das sollen normale Zustände sein?! 
In seinem neuesten Bericht (pro 1886) kommt auch der Gewerberath 
für Oppeln auf diese Verhältnisse zu sprechen: 
„In 98 hierher zu zählenden Anlagen, einschließlich der Erzförderungen — heißt es 
in dein Bericht — sind 24,818 Personen beschäftigt, und zwar 20,517, also 82 °/o, 
männlichen und 4301 Personen, also 18 °/o, weiblichen Geschlechts. Etwa 32 °/o aller- 
weiblichen Arbeiter sind beim Zink Hütten bet rieb und, je nach der Jahreszeit, ebenso 
viele auf den Eisenerz-Förderungen thätig, während auf den Betrieb der Eisen- 
und Stahlhütten und der Hochöfen 23 »/« bezw. 17 "/« entfallen. Beim Zink 
hüt te n b ctri e b findet auf den einzelnen Werken eine verschiedenartige Verwendung der 
Arbeiterinnen statt. Arbeiten, welche auf allen Werken von Arbeiterinnen verrichtet werden, 
sind: das Bedienen der Blende- und Thon-Mühlen, das Anfahren der Erze und der 
Kohlen an die Oefen und das Abfahren der Asche aus den unter den Oefen befindlichen 
Aschencanälen. In einzelnen Hütten werden die Frauen auch beim Herausziehen des Zinks 
aus den Vorlagen und beim Räumen der Muffeln, d. i. das Herausziehen der nach Be 
endigung des Destillations-Processes in den Muffeln zurückgebliebenen Asche, verwandt, 
was in der Zeit von 3 Uhr Morgens bis 11 Uhr Vormittags zu geschehen pflegt. In 
der Mehrzahl werden die Frauen mit der Fortbewegung von Lasten beschäftigt, wobei sie 
sich nur zeitweise in den Hüttenräumen und in den Aschcncanälen, meist aber in der freie« 
Luft aushalten, so daß sie gesundheitsschädlichen Einflüssen nicht in bedenklichem Maße 
ausgesetzt sind (?). Anders gestaltet sich die Arbeit in den frühen Morgenstunden bei 
der Bedienung der Oefen; Staub und Zinkdämpfe füllen dann den Hüttenraum an, 
während die körperlich anstrengenden Arbeiten bei großer Hitze und Zugluft ver 
richtet werden müssen. Bei der Bedienung der Blende- und Thon-Mühlen sind die Arbeite 
rinnen zwar weniger körperlichen Anstrengungen, jedoch der Eiiuvirkung des Staubes und 
der Gefahr, durch rotirende Maschinentheile verletzt zu werden, in hohem Maße ausgesetzt- 
Wiewohl durch gute Ventilations-Einrichtungen und angemessene Schutzvorrichtungen dieser 
Uebelstand auf ein erträgliches Minimum herabgedrückt werde» kann, halte ich es doch 
für angezeigt, daß die Verwendung der Frauen bei dieser Arbeit nach Möglich 
keit eingeschränkt wird, zumal sich in Oberschlesien so vielfach andere Ar 
beitsgelegenheit findet. Die Frauenarbeit beim eigentlichen Ofenbetrieb, die 
nur vereinzelt vorkommt, dürfte einfach auf Grund des § 139 a der Gewerbe-Ordnung Z" 
verbieten fein. 
„Auf den Eisenerz-Förderungen werden die Frauen über Tage, und zwar vor 
wiegend zum Has pel zieh en und zum Karren verwandt. Die Eisenerze werden hier
	        
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