Full text : Die Frau und die Arbeit

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der  Ankaufspreis  für  die  Consúmente»  durch  die  hohen  Zölle  beträchtlich  gesteigert
und  weniger  Bemittelten  die  Anschaffung  derselben  erschwert  wurde,  so  das;  die
Erwartung  gerechtfertigt  erscheint,  das;  in  nicht  allzu  ferner  Zeit  eine  Wandlung
eintreten  werde.  Eine  größere  Gefahr  für  den  deutschen  Handel  und  die  deutsche
Industrie,  alo  in  der  Mac  Kinley-Bill,  liegt  unseres  Erachtens  in  den  Bestrebungen
der  Vereinigten  Staaten  von  Nordamerika,  die  siid-  und  mittelamerikanischen
Staaten  durch  Abschluß  von  Verträgen  mit  besonderen  Begünstigungen  für  die
Einfuhr  nordamerikanifcher  Erzeugnisse  von  sich  abhängig  zu  machen,  was  ibnen
in  einzelnen  Fällen  schon  gelungen  ist.  Doch  fetzen  wir  in  die  deutsche  Reicheregierung
  das  Vertrauen,  daß  auch  hier  das  Mögliche  geschieht,  um  die  Interessen
unseres  Handels  und  unserer  Industrie  zu  schützen."
Handelskammer  zu  Mainz.
„Unter  den  Ursachen  dieser  betrübenden,  im  vergangenen  Jahre  in  allen
europäischen  Culturstaaten  beobachteten  Erscheinungen  müssen  wir  die  bisher  von
den  meisten  derselben  mehr  oder  weniger  befolgte  Politik  sebftstandiger  Festsetzung
der  Zölle  wiederum  in  die  erste  Reihe  stellen.  Die  autonome  Zollpolitik,  welche
in  Deutschland  mit  dem  I.  Januar  1880  unter  dem  Schlagworte  Schutz  der
nationalen  Arbeit  eingeleitet  wurde,  hat  durch  die  ebenfalls  autonom  in  den  Jahren
1883,  1885  und  1887  vorgenommenen  Erhöhungen  der  Zollsätze  auf  die  wichtigsten
Lebensmittel,  namentlich  Getreide,  zwar  den  unleugbaren  Erfolg  gehabt,  daß
einzelne  Industriezweige  durch  den  Ausschluß  der  Concurren;  des  Auslaudes  fid'
zu  einer  gewissen  Blüthe  emporschwingen  konnten,  aber  nur  zu  bald  stellte  es  fid'
heraus,  daß  dieser  Erfolg  kein  nachhaltiger  war  und  der  Natur  der  Sadie  nad'
auch  gar  nicht  sein  konnte.  Gerade  durch  die  hohen  Zollsätze  für  die  Einfuhr
außerdentscher  Fabrikate,  Halbfabrikate  und  namentlich  des  ausländischen  Getreides
zwang  man  das  Ausland,  welchem  dadurch  der  Absatz  seiner  industriellen  und
landwirthschaftlichen  Erzeugnisse  auf  dem  deutschen  Markte,  wenn  nicht  völlig  ver
schlossen,  so  doch  erschwert  wurde,  zu  Gegenmaßregeln,  die  wiederum  die  deutsche
Industrie,  zn  deren  Schutz  die  autonome  Zollpolitik  ausgesprochener  Maßen  geschaffen ­
  war,  schwer  schädigen  mußten.  Namentlich  gilt  dies  in  Bezug  auf  Nordamerika ­
  und  Rußland,  die  größten  Getrcidekammcrn  der  ganzen  Welt.  Beiden
wird  in  dem  für  Getreide  sehr  aufnahmefähigen  Deutschland  durch  die  hohen  Zölle
der  Absatz  ihrer  Ausfuhr  an  Bodenerzeugnissen  erschwert  und  an  beiden  verliert
Deutschland  in  Folge  der  von  ihnen  eingeführten  Kampszölle  kaufkräftige  Abnehmer
  eines  großen  Theiles  seiner  Fabrikate.  Was  für  Nordamerika  gilt,  das
gilt  bis  zu  einem  gewissen  Grade  auch  von  den  meisten  anderen  Staaten,  mit
welchen  Deutschland  in  handelspolitischen  Beziehungen  steht.  Das  autonome
Schutzzollsystem,  welches  nach  der  Behauptung  seiner  Anhänger  den  Zweck  und  die
Wirkung  haben  soll,  die  einheimische  Industrie  zum  Wettbewerbe  mit  dem  Auslande
  zu  befähigen  und  zu  kräftigen,  macht  derselben  somit  die  Ausnahme  dieses
Wettbewerbs  dadurch  unmöglich,  daß  es  das  Ausland  zu  Gegenmaßregeln  nöthigt,
welche  den  Erzeugnissen  der  vermeintlich  geschützten  Industrie  den  Absatz  außerhalb
der  sic  umgebenden  Zollschranken  erschweren  oder  wohl  gar  ganz  verbiete».  Dieser
Vorgang  hat,  wie  schon  früher  an  dieser  Stelle  hervorgehoben  wurde,  dabin  ge
führt,  daß  unsere  Industrie  sick)  daran  gewöhnte  und  gewöhnen  mußte,  zu  einem
sehr  großen  Theil  das  Inland  als  den  hauptsächlichen  Abnehmer  ihrer  Erzeugnisse
anzusehen.  Sd)ou  damals  wurde  daraus  hingewiesen,  das;  ein  solches  Verhalten
            
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