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Bild gaben, legten wir dem Herrn Handels,ninister in einer eingehenden Denkschrift
vor. Die Handelspolitik der Schweiz in den letzten Jabren baden wir in unseren
früheren Jahresberichten ausführlich beleuchtet.
„Anläßlich der neuen Verbandlungen wandten wir uns bereits am 14. August
189t) mit einer Eingabe an den Herrn Handelsminister, welche die Zölle auf
Leibwäsche, Kleidungsstücke und andere fertige Waaren ans Wolle oder Halbwolle
behandelte. Eine weitere Eingabe vom 14. März 1891 brachte die Wünsche der
Textil-, der Metall- und der chemischen Industrie- und HandelSunternehmungen dem
Herrn Handelsminister zur Kenntniß. Davon gaben wir mit vertraulichem Rundschreiben
vom 21. April 1891 den Betheiligten Rachricht und baten sie, ihre
weiteren Anträge möglichst ausführlich zu begründen und uns mit Rücksicht auf
die Kürze der Zeit schleunigst mitzutheilen. Infolgedessen gingen uns, außer zahlreichen
Anträgen betreffend Tülle und Spitzen. Stickereien und Merce»icwaaren,
Uhren, Eisen- und Zinkgußwaaren, Buchdruckerlettern, Holzgeist- und andere
chemisch-technische Fabrikate, auch eine Reihe selbständiger Petitionen zu, welche
die Vorschläge ganzer hiesiger Gewerbozweige zum Ausdruck brachten, so der
Strumpf-, Tricot- und Konfektionshändler, des Fell- und Häutehandels, der Seifcnund
Parfümeriefabrikation, des Ocl- und Weinhandels, der Kupfer-Blech- und
Draht-Industrie, des Mineralwasserhandels, der Maschinen- und Apparatefabriken.
Alle diese Petitionen und Anträge wurden am 11. Mai v. I. dem Herrn Handelsminister
unterbreitet, und daneben, in Verbindung mit der Handelskammer Mainz,
gegen Erhöhung der Zollsätze aus Sohl-, Zeug- und Riemenleder, sowie auf Kalbleder
in einer eingehenden Denkschrift Gründe geltend gemacht Roch am 30. Mai
v. I. überreichten wir dem Herrn Minister die nachträglich eingelaufenen Petitionen
der" Schriftgießereien, der Großhändler in gebleichten Tüllgardinen und baumwollenen
Bettdecken, und der Spielkartenfabriken. Selbst während der Dauer der
Verhandlungen über den neuen Zollvertrag gingen uns noch fortwährend Eingaben,
z. B. von Seiten der hiesigen Strohut- und Schnh»vaarenindustric und des Hopfenhandels
zu. die wir ebenso wie die beim Erscheinen des neuen Tariss eingelaufenen
den» Herrn Reichskanzler bczw. dein Herrn Minister für Handel und Gewerbe
übermittelten
„In gleicher Weise, wie oben geschildert, sind die Forderungen und Anträge
-der hiesigen Handels- und Industriezweige auch bezüglich der V-rtragsvcrhandlnngen
mit Belgien, Frankreich. Rumänien. Rußland. Serbien und Spanien den zuständigen
Behörden befürwortend zur Kenntniß gebracht worden.
„Im Allgemeinen geht aus dieser übersichtlichen Darstellung zur Genüge hervor,
daß die deutsche Reichsregierung seit Jahren durch zahlreiche gutachtliche
Aeußerungen über die wirtbschaftlichcn Bedürfnisse unseres Handels und Industrie-Bezirks
in Hinsicht auf die kommenden Vertragsschließungen ausreichend unterrichtet
wurde. ^
Handelskammer zu Hanau.
„Die Handelskammer mußte mit großer Freude und Genugthuung die neue
Handelspolitik der Königlichen Staatsrcgierung begrüßen, welche sich in dem Abschluß
der Handelsverträge mit Oesterreich-Ungarn, Italien, der Schweiz re. dokumentirte.
Hat doch die Hanauer Handelskammer stets den Standpunkt vertreten,
daß lediglich durch die Vereinbarung von Tarisverträgen und Verkehrserleichterungen
dem deutschen Handel und der deutschen Industrie seitens der Staatsrcgierung